In Duzdars Schule: Als Migranten die Ausnahme waren

28 Jahre später: Die heutige Staatssekretärin besucht ihre frühere Schule in Wien Floridsdorf. Was ihre früheren Professorinnen über sie sagen. Und was sie selbst über ihre damalige „kulturelle Zerrissenheit“ meint. Ein Lokalaugenschein.

Muna Duzdar an ihrer früheren Schul
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Muna Duzdar an ihrer früheren Schul
Muna Duzdar an ihrer früheren Schule – BKA/Valerie Alwasiah

Der Unterricht beginnt in wenigen Minuten, die Schüler pilgern in Scharen von der U-Bahn in Richtung Schultor. Die einen üben sich im Weitspucken („Hast du mich gespucken“, ist in gebrochenem Deutsch zu hören), andere diskutieren über die Hausübung („Sch... Oida, was ist Hausübung?“). Nach und nach fahren vor dem Gymnasium Franklinstraße 26 in Wien Floridsdorf Autos vor. Eilig verlassen Schüler die elterlichen Fahrzeuge. Dahinter reiht sich ein schwarzer BMW ein. Aus diesem steigt eine ehemalige Schülerin des GRG Franklinstraße: Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ).
Sie kam vor knapp 28 Jahren als Kind mit Migrationshintergrund an das Gymnasium. Gestern, Mittwoch, kehrte sie als Gast mit Vorbildwirkung zurück. Duzdar sei als Kind palästinensischer Eltern die erste Schülerin gewesen, die sie als Pädagogin mit Multikulturalität konfrontierte, erzählt Duzdas einstiger Klassenvorstand, Gunda Mairbäurl. „Damals ist Muna eine Ausnahme gewesen. Mittlerweile ist Multikulturalität die Herausforderung schlechthin“, sagt die Lehrerin, die noch immer Deutsch und Geschichte an der Schule unterrichtet.

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