Vertrauen in Politiker: Kurz weiter auf Platz eins

Verteidigungsminister Doskozil schließt im Vertrauensindex erstmals zu Bundeskanzler Kern auf. Auch Bundespräsident Van der Bellen gewinnt dazu.

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Sebastian Kurz – REUTERS

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat dank Eurofighter-Debatte im APA/OGM-Vertrauensindex deutlich zugelegt und erstmals zu Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern aufgeschlossen. Die beiden SPÖ-Politiker halten nun bei 23 Punkten. Die höchsten Vertrauenswerte weist nach wie vor ÖVP-Zukunftshoffnung und Außenminister Sebastian Kurz mit 27 Punkten auf.

Für den Vertrauensindex von APA und OGM wurden am 14. und 15. März 500 Österreicher ab 16 Jahren online befragt, ob sie den einzelnen Politikern vertrauen oder nicht (maximale Schwankungsbreite: 4,5 Prozent). Der dabei erhobene Wert für die Politiker ergibt sich aus dem Saldo aus "habe Vertrauen" und "habe kein Vertrauen".

"Vertrauensgewinne überwiegen Vertrauensverluste"

Seit Ende der Bundespräsidentschaftswahl Anfang Dezember wurde die Stimmung gegenüber den heimischen Politikern insgesamt wieder freundlicher. "Vertrauensgewinne überwiegen Vertrauensverluste", fasst OGM-Chef Wolfgang Bachmayer die Entwicklung im Meinungsklima zusammen.

Die bemerkenswertesten Veränderungen seit Jänner betreffen laut Bachmayer Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit plus 5 Punkten - er liegt nun mit 10 Punkten im Plus - sowie Verteidigungsminister Doskozil mit plus 4 Punkten. "Beide setzen damit ihre Zuwächse der letzten Monate fort, Van der Bellen vor allem, weil der Wahlkampf nun langsam vergessen wird und seine bisherige Amtsführung unauffällig-freundlich war." Für den weiteren Vertrauenszuwachs des Verteidigungsministers dürfte hauptsächlich die Anzeige gegen den Eurofighter-Hersteller Airbus wegen Korruption und Betrug verantwortlich sein, mit der Doskozil den kommenden U-Ausschuss ausgelöst hat, erklärt der Meinungsforscher. Doskozil erreicht nun mit einem Saldo von Plus 23 Punkten den gleichen Vertrauenswert wie Kanzler Kern, der seinen im Jänner gesteigerten Vertrauenswert halten konnte.

Auch Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner legte um 3 Punkte zu, glich damit seinen Rückgang im Jänner aus und liegt nun mit 6 Punkten im Plus. Die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) wird - bei noch sehr geringer Bekanntheit - mit einem Vertrauenswert von plus 6 Punkten "recht freundlich begrüßt", so Bachmayer.

Bures und Sobotka verlieren

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) verlor 4 Punkte und hält nun bei minus 2. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) büßte 3 Punkte ein und liegt aktuell mit 6 Punkten im Minus. "Während sich bei Bures dafür keine schlüssige Erklärung findet - vielleicht, weil der Bonus ihrer Präsidentenvertretung nun wegfällt -, nimmt bei Sobotka trotz mancher inhaltlichen Zustimmung die Ablehnung bei Wählern links der Mitte zu", erklärt Bachmayer.

Spitzenreiter in Sachen Vertrauen ist nach wie vor Außen- und Integrationsminister Kurz, der auch als möglicher ÖVP-Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl gehandelt wird. Kurz führt die Vertrauenspyramide mit 27 Punkten an. Durchgehend im Minusbereich befinden sich die Obleute der Oppositionsparteien: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kam auf minus 10 Punkte, Eva Glawischnig (Grüne) auf minus 11, Matthias Strolz (NEOS) auf minus 5 und Robert Lugar (Team Stronach) auf minus 20.

(APA)

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