Mitterlehner: Wechsel Vavriks war abgestimmt

Neos-Obmann Strolz wirft Außenminister Kurz vor, gegen die Meinung des VP-Chefs den Wechsel von Christoph Vavrik eingefädelt zu haben. Die ÖVP weist das zurück.

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Christoph Vavrik – APA/GEORG HOCHMUTH

Neos-Chef Matthias Strolz vermutet hinter dem Wechsel von Christoph Vavrik zur ÖVP auch Außenminister Sebastian Kurz. Dass es neben ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka weitere "Komplizenschaft" gegeben habe, sei offensichtlich, sagte er am Freitag. Parteichef Reinhold Mitterlehner sei mit dem Deal nicht einverstanden gewesen, will der Neos-Obmann gehört haben.

Die ÖVP dementiert das. Mitterlehner sei über den Wechsel informiert und damit einverstanden gewesen, betonte dessen Büro. "Wir weisen das zurück", hieß es auch von einem Sprecher des Außenministers. Die Neos seien "mittlerweile wie alle anderen Parteien. Hauptsache, Kurz anpatzen." Thema und Wahrheitsgehalt seien dabei egal.

"Lopatka ist ein Mensch der Intrigen"

Trotz des Wechsels ist für Strolz die ÖVP als möglicher politischer Partner nicht gestorben, wie er betonte. Aber: "Vertrauensbildende Maßnahme war das keine." Und auch Lopatka werde sich früher oder später für seine Aktionen verantworten müssen - immerhin sei er Theologie-Student. Strolz: "Lopatka ist ein Mensch der Intrigen." Und zu Vavriks Wechsel: "Es wird ihn ein Leben lang begleiten, was er hier gemacht hat."

Leichter hat Strolz den Abgang seines Mandatars Niko Alm am selben Tag verdaut, immerhin folge mit der Dell-Managerin und Bio-Bäuerin Karin Doppelbauer eine international renommierte Managerin nach. Zudem handle es sich um kein unbekanntes Gesicht bei den Neos: Doppelbauer ist Gründungsmitglied der Bewegung und sitze zudem im Vorstand der Partei.

Die neue Abgeordnete will nicht nur das Engagement Alms für Start-Ups fortsetzen, sondern soll sich auch um die Themen Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit kümmern. Letzteres sei zwar ein "Schattenthema" und "nicht sehr sexy". Dennoch kündigte sie schon einmal eine parlamentarische Anfrage zu den Geldflüssen an und forderte einen eigenen Staatssekretär für die Entwicklungszusammenarbeit.

Mit den beiden Abgängen sind bei den Neos auch Sprecherrollen neu verteilt worden. Die Funktion der Mediensprecherin wird Claudia Gamon von Alm übernehmen, den Kulturausschuss inklusive Ausschussvorsitz übernimmt Sepp Schellhorn, den Bereich Inneres Niki Scherak.

(APA)

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