Grüne: "Wir schießen hin und wieder ein Eigentor"

Die Grünen trafen sich zur internen Aussprache im Erweiterten Bundesvorstand. Parteichefin Glawischnig betonte, der Rauswurf der Jungen Grünen habe nichts mit mangelnder Kritikfähigkeit zu tun.

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Eva Glawischnig – APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Grünen suchen nach dem Rauswurf ihrer Jugendorganisation einen Weg aus der Parteikrise. Bundessprecherin Eva Glawischnig bedauerte die Eskalation des Konflikts mit den Jungen Grünen - es gehe nun um die Frage, wie man solche Situation künftig besser lösen bzw. vermeiden könne, wie sie am Freitag vor einer Sitzung des Erweiterten Bundesvorstands sagte.

Glawischnig betonte, dass es bei dem Konflikt nicht um die Kritik der Jungen Grünen an ihrer Person, sondern um das Ziel einer einheitlichen grünen Kandidatur bei der ÖH-Wahl gegangen sei. "Zugegeben, wir schießen uns hin und wieder ein Eigentor, aber plötzlich mit Absicht auf das eigene Tor zu schießen", das gehe nicht. "Wir treten nicht gegeneinander an", so die Grünen-Bundessprecherin unter Applaus.

Dann sprach Glawischnig Themen an, bei denen sich die Grünen ohnehin einig sind - etwa den Rechtsruck der Regierung und den Wettlauf um FPÖ-Positionen: "Lasst uns den Blick nach vorne richten."

"Bei einer offenen Partei ist das so"

Neben den 34 Mitgliedern des Erweiterten Bundesvorstands waren für die Sitzung am Freitag auch viele hochrangige Grün-Politiker aus den Ländern eingeladen, darunter auch etliche Kritiker. Einer von ihnen ist der Kärntner Grüne Rolf Holub. "Es ist sicher nicht gut gelaufen", sagte er vor der Sitzung gegenüber Journalisten. Die Grünen sollten daraus lernen, wie man es besser macht. Allerdings: "Bei einer offenen Partei ist das so, dass man ihnen zuschauen kann, wie sie Sorgen haben."

Auch Ingrid Felipe, Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol und stellvertretende Bundesparteivorsitzende, sagte, "die letzten Wochen sind kein Ruhmesblatt gewesen". Man werde nun darüber reden, den Außenauftritt zu verbessern.

Der Grüne Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik erklärte, niemand bei den Jungen Grünen müsse Sorge haben, privat zu haften, das sei auch schriftlich versichert worden. Er spielte damit auf die Bundessprecherin der Jungen Grünen, Flora Petrik, an, die sich nach eigener Aussage mit einer Konkursdrohung konfrontiert sah.

Die burgenländische Landessprecherin Regina Petrik, Mutter von Flora Petrik, betonte nicht als Mutter hier zu sein, sie könne das sehr gut trennen. Petrik sagte, sie habe gegen die Aberkennung der Jungen Grünen als Jugendorganisation gestimmt. Sie wäre dafür gewesen noch einmal miteinander zu reden, war damit aber in der Minderheit.

Die Steirerin Lara Köck, mit 30 Jahren seit kurzem jüngstes Mitglied im Grünen Bundesvorstand, äußerte Verständnis für die Emotionen im Konflikt. Den Raufwurf verteidigte sie aber, die Entscheidung sei "leider notwendig" gewesen und sei auch nicht umstrittenen gewesen, sonst wäre sie nicht so eindeutig ausgefallen. Die Grünen seien aber so oder so eine junge Partei, so Köck.

Die Sitzung des Erweiterten Bundesvorstands ist bis 17 Uhr anberaumt. Nach der Aussprache am Vormittag soll der Nachmittag im Zeichen der bevorstehenden Wahlen auf Bundes- und Landesebene stehen. Beschlüsse waren im Vorfeld nicht geplant.

(APA)

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