Neue Panzer für das Heer: Doskozil in der "Schusslinie"

Der Verteidigungsminister besichtigte das Werk von General Dynamics European Land Systems Steyr, wo die "Pandur"-Panzer produziert werden.

SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Troch, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (R/SPÖ) und Martin Reischer, Managing Director der General Dynamics European Land Systems- Steyr
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SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Troch, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (R/SPÖ) und Martin Reischer, Managing Director der General Dynamics European Land Systems- Steyr
SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Troch, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (R/SPÖ) und Martin Reischer, Managing Director der General Dynamics European Land Systems- Steyr – APA/HERBERT NEUBAUER

Das Bundesheer kauft um 105 Millionen Euro 34 neue Mannschaftstransportpanzer "Pandur". Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) machte sich deshalb am Freitag an der vielsagenden Adresse "Schusslinie 1" ein Bild vom Werksgelände der General Dynamics European Land Systems-Steyr GmbH, die die Panzer in Wien-Simmering produzieren wird. Geliefert wird ab 2018.

Ziel sei es, beim Bundesheer in verschiedenen Bereichen, etwa auch bei der Mobilität, "eine Trendwende einzuleiten", betonte Doskozil. Bis 2020 investiert das Heer 500 Mio. Euro in die Mobilität, davon 300 Mio. Euro in gepanzerte Fahrzeuge. Die 34 neuen Radpanzer Pandur - derzeit hat das Heer 78 Stück - seien der größte Rüstungsauftrag der letzten zehn Jahre.

Der Pandur ist das meist genutzte Fahrzeug in Auslandseinsätzen, das den Soldaten Schutz vor Splittern und vor Beschuss bietet. Auch die neuen Fahrzeuge werden beim Jägerbataillon 17 in Strass und beim Jägerbataillon 19 in Güssing landen. Mitte 2020 soll die Lieferung abgeschlossen sein.

180 österreichische Unternehmen beteiligt

Mit dem Auftrag erziele man 70 Prozent nationale Wertschöpfung, betonte Doskozil. Die Mitarbeiterzahl am Standort in Simmering werde sich um zehn Prozent erhöhen. In das Projekt sind rund 180 österreichische Unternehmen eingebunden.

Der Auftrag "stärkt den Standort", pflichtete Geschäftsführer Martin Reischer bei. Man könne so hochqualifizierte Arbeitsplätze halten und ausbauen. Von der Entwicklung bis zur Schweißerei und der Montage werde alles im Werk gemacht. Welche Komponenten nicht in Österreich gefertigt werden, nannte Reischer auf Nachfrage nicht - das Fahrzeug bestehe aus über 30.000 Einzelteilen.

Vor drei Jahren hatte das Unternehmen eine Restrukturierung und einen enormen Mitarbeiterabbau angekündigt. Am Standort Wien sollten anstatt der Panzerproduktion nur mehr Wartung, Reparatur und Serviceleistungen stattfinden. Auf Nachfrage, ob es nun so einfach möglich sei, die Produktion wieder aufzunehmen, hieß es am Freitag aus dem Unternehmen, dass die Produktion nicht stillgelegt worden sei. Es habe sich lediglich um eine "Zwangspause" gehandelt, nachdem ein großer Serienauftrag aus Kuwait für den Radpanzer Pandur ausgelaufen war und Folgeaufträge fehlten.

(APA)

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