Eine „Provokation“ im U-Ausschuss

Der Vorsitzende kritisiert eine Zeugin, die sich an nichts erinnern konnte.

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EUROFIGHTER-U-AUSSCHUSS – APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Am Schluss reichte es dem Präsidenten. Der Auftritt der Zeugin sei „eine Provokation für den Untersuchungsausschuss gewesen“, konstatierte der Vorsitzende Karlheinz Kopf (ÖVP). Die Auskunftsperson Erika Schild, Mitarbeiterin der für Gegengeschäfte zuständigen Firma EBD, hatte sich davor vier Stunden lang an praktisch nichts mehr erinnern können. Dabei war Schild, wie aus dem E-Mail-Verkehr hervorgeht, in vieles eingebunden. So beispielsweise in die Finanzierung des Kärntner Technologiefonds: Vier Millionen Euro bekam die vom damaligen Kärntner Landeshauptmann, Jörg Haider, kontrollierte Gesellschaft aus Eurofighter-Geldern. Bezahlt wurde von der ominösen Briefkastenfirma Vector Aerospace über mehrere andere Briefkastenfirmen. Vector Aerospace zahlte fünf Millionen aus, vier Millionen kamen in Kärnten an. Wo der Rest geblieben ist, ist bis heute nicht klar.

Dass Schild befragt wurde, liegt auch daran, dass ihr früherer Vorgesetzter Alfred Plattner für den U-Ausschuss nicht greifbar ist: Seine offizielle Wohnadresse liegt in Singapur. Laut Recherchen des Teams Stronach befindet sich Plattner allerdings tatsächlich in Sieghartskirchen in Niederösterreich, man habe ihn dort aufgespürt.

Noch eine Zeugin wurde am Donnerstag befragt: Die PR-Beraterin Romana Schmidt, eine ehemalige FPÖ-Mitarbeiterin. Sie hat ebenfalls für Plattner gearbeitet und dafür fast 900.000 Euro bekommen. Die Abgeordneten fragten nach Leistung und Nachweisen dafür. „Es ist im Großen und Ganzen um eine Charmeoffensive für das Produkt gegangen“, sagte Schmidt. Sie habe Recherchen und Analysen gemacht, wie man das Flugzeug sympathischer machen könne. Dass es darum gegangen sei, die FPÖ zu beeinflussen, stritt sie ab – und wollte sich auch nicht als FPÖ-nahe abstempeln lassen. (maf)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2017)

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