Wild im Parlament: Von Pilz bis Winter

So viele Aus- und Übertritte gab es noch in keiner Gesetzesperiode. Kein einziger Nationalratsklub hat mehr die Stärke, die er nach der vorigen Wahl hatte. Und es gibt auch eine beträchtliche Zahl an wilden Abgeordneten.

Peter Pilz ist wohl der bekannteste. Der Ex-Grüne tritt im Oktober mit seiner eigenen Liste an. Und hat sich dafür auch einige andere Abgeordnete geangelt.

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Aus den Reihen der Grünen sind da Ex-Kultursprecher Wolfgang Zinggl (im Bild) und Ex-Budgetsprecher Bruno Rossmann. Sie bekamen in ihrer Partei nicht den gewünschten Platz auf der Liste - und sind mit ihrem Antritt für die Liste Pilz nun fraktionslos.

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Ähnliches gilt für die ehemals rote Abgeordnete Daniela Holzinger. Die SPÖ-Rebellin hat sich aus Frust über ihre Ex-Partei aus dieser zurückgezogen und steht jetzt an der Seite des abtrünnigen Grünen.

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Die einstige blaue Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz (im Bild) wechselt ebenfalls die Seiten: Sie schloss sich mangels FPÖ-Listenplatz der Freien Liste Österreich von Ex-FPÖ-Vize Karl Schnell an.

Ebenfalls dabei sind zwei weitere frühere FPÖ-Nationalratsabgeordnete: die Salzburger Rupert Doppler und Gerhard Schmid, die beim Zerwürfnis zwischen Schnell und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Partei verließen.

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Eine Nationalratsabgeordnete, die nirgendwo hin wechselt, sondern tatsächlich alleine da steht ist Susanne Winter, die von der FPÖ wegen Antisemitismusvorwürfen ausgeschlossen wurde.

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Nächster Einzelkämpfer ist Marcus Franz: Der frühere Stronach-Mann hatte zwar zunächst in der ÖVP eine neue Heimat gefunden. Dort flog er nach einer abfälligen Bemerkung über Angela Merkels Kinderlosigkeit voriges Jahr allerdings wieder hinaus.

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A propos Team Stronach: Ex-Klubchef Robert Lugar (im Bild) hat den Parlamentsklub auch verlassen, war allerdings nur kurz wilder Abgeordneter. Er tritt bei der Nationalratswahl nun für die FPÖ an - und trat auch schon deren Klub bei.

Seine Kollegin Martina Schenk, die ebenfalls gegangen ist, wird für die Liste von Karl Schnell antreten.

Das Team Stronach hat damit nur noch vier Abgeordnete und verliert somit den Klubstatus. Insgesamt sitzen daher nun 14 klublose Nationalratsabgeordnete im Parlament.

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