Burschenschafter-Ball: Polizei verbietet Demo

Rund um die Hofburg wird für Freitagabend ein Platzverbot verhängt. Die Grünen befürchten eine Eskalation. Im Vorjahr gab es bei der Demo gegen den Ball mehrere Verletzte.

Burschenschafter-Ball: Polizei untersagt Demonstration
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Burschenschafter-Ball: Polizei untersagt Demonstration
Demo gegen Burschenschafter-Ball 2010 – (c) APA/HERBERT P. OCZERET (Herbert P. Oczeret)

Die Polizei hat eine von linken Gruppierungen geplante Demonstration gegen den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) untersagt. Die Demo sollte beim Praterstern starten. Nach dem Verbot haben sich die Organisatoren am Donnerstagabend auf einen Ersatz geeinigt: Sie planen eine Standkundgebung beim Votivpark ab 18 Uhr.

Der Burschenschafter-Ball findet am Freitagabend zum 58. Mal statt. Wie bereits im Vorjahr werde ein umfangreiches Platzverbot rund um den Veranstaltungsort Hofburg ausgesprochen, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Das Platzverbot gilt ab 17 Uhr und dürfte zu erheblichen Staus führen.

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Platzverbot – (c) Polizei

"Polizei hat nichts aus dem Vorjahr gelernt"

Vertreter diverser Initiativen, der Grünen und der KPÖ kritisierten das Verbot der Demonstration scharf. Er befürchtet durch die kurzfristige Untersagung erst recht eine "Eskalation".

Auch im Vorjahr war die Demo gegen den Ball untersagt worden - sie fand aber trotzdem statt. Es gab 14 Festnahmen und mehrere Verletzte.

"Die Polizei hat nichts aus den Ereignissen des Vorjahres gelernt", stellte Steinhauser in einer Aussendung fest. Außerdem erklärte er: "Der WKR-Ball fungiert als europaweites 'meet & greet' des europäischen Rechtsextremismus, wie die Gästeliste der letzten Jahre beweist."

''Burschis grillen'' Proteste beim letzten WKR-Ball

Der Sprecher des Antinationalen Bündnisses Wien, Kai Nenation, hält es ebenfalls für eine "bodenlose Frechheit, dass antifaschistische Demonstrationen verboten werden, während Rechtsextreme und Neonazis in der Hofburg abfeiern - und das am 66. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz." Er forderte deshalb die Wiener Stadtregierung auf, zu reagieren.

Kritik am Verbot übte auch die KPÖ Wien. Sie verwies in einer Aussendung auf das Recht der Versammlungsfreiheit. Rosa Krasnaya, Aktivistin des KSV-LiLi (Kommunistischer Studentinnenverband Linke Liste), erklärte: "Wir lassen uns nicht verarschen. Daher wurde die Anmeldung seitens der Veranstalterinnen auch zurückgezogen."

Die Freiheitlichen hingegen begrüßen das Verbot des Marsches in die Innenstadt, befürchten aber dennoch "Randale".

(APA)

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