Grüne kritisieren Kosten für Habsburg-Begräbnis

Es sei eigenartig, dass die Regierung aus einem privaten Begräbnis einen Staatsakt mache, sagen die Grünen. Die Innenministerin betont, der Aufwand sei überschaubar.

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Requiem für Habsburg in München – (c) EPA (Peter Kneffel)

Trauerzug durch die Innenstadt, Straßensperren, Beteiligung des Bundesheeres: Die Beisetzung von Otto Habsburg am Samstag in Wien wird fast wie ein Staatsbegräbnis gefeiert. Die Grünen kritisieren das: Es sei eigenartig, dass die Regierung aus einem privaten Begräbnis einen Staatsakt mache, sagte Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner am Dienstag im "Ö1-Mittagsjournal". In Zeiten der Krise gebe es kein Verständnis, dass dafür Steuergeld ausgegeben werde. Außerdem sei es auch eine Frage der Gleichbehandlung von Menschen.

Die anderen Parteien haben laut "Ö1" kein Problem damit, dass das Begräbnis den Staat etwas kosten wird. Der Kaisersohn sei eine historische Persönlichkeit gewesen, deren Leben mit der österreichischen Geschichte vielfältig verbunden gewesen sei, hieß es aus der SPÖ. Ewald Stadler vom BZÖ sagte, es sei absolut gerechtfertigt, dass man Habsburgs Werk für Österreich als Patriot in der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg anerkenne.

VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner betonte, die Kosten seien überschaubar. 400 Polizisten sollen am Samstag im Einsatz sein. Auch aus dem Bundesheer hieß es, der Aufwand werde sich in Grenzen halten. Man wird laut Generalleutnant Christian Segur-Cabanac Kreuzträger und Ordenskissenträger bereitstellen, und es wird einen Sargspalier durch Offiziere geben. Eine Ehrenformation, eine Kompanie der Garde und der Gardenmusik sollen den Kondukt vom Stephansdom zur Kapuzinergruft begleiten.

Ring wird gesperrt

Anlässlich des Begräbnisses wird am Samstagabend die Wiener Ringstraße vom Schwarzenbergplatz bis zum Heldenplatz gesperrt. Die Sperre beginnt gegen 17.30 Uhr und endet um 19 Uhr, da um diese Zeit der Trauerzug vom Stephansdom zur Kapuzinergruft zieht. Beeinträchtigungen wird es auch im öffentlichen Verkehr geben. Neben Kurzführungen ist am Samstag die U-Bahn-Station Stephansplatz gesperrt.

Wie am Dienstag bekannt wurde, reist auch das schwedische Regentenpaar König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia zum Begräbnis nach Wien.

Habsburg und seine bereits im Vorjahr verstorbene Frau Regina werden ab Dienstag im steirischen Mariazell aufgebahrt. Am Mittwochabend werden die Särge nach Wien gebracht und in der Kapuzinerkirche aufgebahrt.

Habsburg: Die Stationen der Trauerfeierlichkeiten

(Red.)

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