Ärztemangel: Pühringer pocht auf Med-Uni Linz

Die Zahl der oberösterreichischen Medizinstudenten hat sich seit dem Jahr 2001 mehr als halbiert. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer macht in Sachen Medizinuniversität Linz jetzt Druck.

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(c) FABRY Clemens

Wien/Linz/Pon. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer macht in Sachen Medizinuniversität Linz Druck – und veröffentlicht Zahlen, die eine dramatische Entwicklung aufzeigen sollen: Gab es 2001 noch 2300 Oberösterreicher, die Medizin studierten, sind es im laufenden Studienjahr nur noch 1092. Damit hat sich die Anzahl der oberösterreichischen Medizinstudenten innerhalb eines Jahrzehnts mehr als halbiert.

„Ärztestellen in Spitälern, aber auch im niedergelassenen Bereich sind immer schwerer zu besetzen. Für eine medizinische Universität in Linz gilt daher: Wann, wenn nicht jetzt“, sagt Pühringer. Problem sei auch, dass der Studienort die Jungmediziner oft an sich binde. Wer einmal zum Studieren nach Wien, Innsbruck oder Graz geht, bleibt oft auch dort, um zu arbeiten.

Aber auch andere Entwicklungen im Gesundheitswesen lassen laut Pühringer den Schluss zu, dass in Zukunft mehr Ärzte gebraucht werden: Demografische Prognosen sagen eine deutliche Veränderung der Altersstruktur der oberösterreichischen Ärzteschaft voraus. Sind heute nur 28 Prozent der Mediziner über 55 Jahre alt, wird sich dieser Anteil bis 2020 auf 50 Prozent erhöhen. Das bedeutet: Um die medizinische Versorgung trotz vermehrter Pensionierungen decken zu können, wird sich die Anzahl der benötigten Ärzte erhöhen, und zwar von derzeit jährlich 60 auf 185 Ärzte bis zum Jahr 2020.

Pühringer hofft nun auf den für Dienstag angekündigten Linz-Besuch von Uni-Minister Karlheinz Töchterle: „Ich werde auf die Dramatik der Entwicklung hinweisen und die Zahlen besprechen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2011)

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