U-Ausschuss: "Hochegger schmeißt mit Dreck um sich"

Der Lobbyist Peter Hochegger teilte im U-Ausschuss kräftig aus: 28 Ex-Politiker sollen auf seiner Gehaltsliste gestanden haben. Diese sprechen von einem "Ablenkungsmanöver" des PR-Beraters.

Telekom Untersuchungsausschuss, Peter Hochegger  Foto: Clemens Fabry
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Telekom Untersuchungsausschuss, Peter Hochegger  Foto: Clemens Fabry
Peter Hochegger – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Rund 30 Millionen Euro soll der Lobbyist Peter Hochegger in der Zeit von 2000 bis 2010 allein von der Telekom Austria bekommen haben - einen Teil der Mittel habe er an Parteien und Politiker weiter verteilt, meinte er bei seiner Befragung im U-Ausschuss. Auch nannte er 28 Politiker bzw. Ex-Politiker aller Parteien sowie zahlreiche Ex-Mitarbeiter seiner Agentur als Mitglieder seines politischen "Netzwerkes". Diese laufen nun Sturm gegen ihren früheren Chef.

Besonders empört darüber, in eine Reihe mit unter Korruptionsverdacht stehenden Ex-Politikern gestellt zu werden, sind die ehemaligen VP-Männer Andreas Schneider und Martin Jenewein. Sie wechselten nach ihrer Polit-Karriere zu Hocheggers PR-Agentur und betreiben mittlerweile eine eigene Firma. Jenewein betonte am Freitag: Er habe bei Hochegger als Junior-Consultant etwa 3000 Euro brutto im Monat verdient, „das hat nichts mit einem Minister zu tun, der sein Adressbuch vergoldet."

Jenewein und Schneider nehmen auch die von Hochegger als rote und grüne Kontakte genannten Ex-Mitarbeiter in Schutz. So sei der derzeitige SP-Kommunikationschef Oliver Wagner nur zwei Wochen bei Hochegger gewesen und habe dann bei Ausbruch der Buwog-Affäre die Kündigung eingereicht. "Das ist ein Ablenkungsmanöver vom Herrn Hochegger und das hat er grandios geschafft", so Schneider.

Auch die 1999 aus der Politik ausgeschiedene frühere Grünen-Abgeordnete Monika Langthaler ging mit Hochegger am Freitag hart ins Gericht. "Der schmeißt mit Dreck um sich und hofft, dass bei Grünen oder Ex-Grünen etwas picken bleibt." Und: "Ich stand nie auf irgendeiner Payroll des Herrn Hochegger." Ihre Firma habe zwar mit der Telekom zusammengearbeitet, aber "die Rechnungen gingen an die Telekom".

„Weisen alle Unterstellungen zurück"

Auch den früheren SP-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer will der Lobbyist auf seiner Gehaltsliste gehabt haben. Dieser dementierte schon am Donnerstag. „Ich habe zu keiner Zeit, weder direkt noch indirekt, für Herrn Peter Hochegger gearbeitet und auch nicht mit der Telekom zusammengearbeitet", ließ er über seinen Anwalt wissen. Er kündigte rechtliche Schritte an. Auch Langthaler und Christian Nohel (Grüne), beide Geschäftsführer der Agentur Brainbows, wiesen „alle Unterstellungen rund um die Telekom auf das Schärfste zurück".

Ex-VP-Kanzler Wolfgang Schüssel kündigte an, gegen das Magazin „News" vorgehen zu wollen. Dieses hatte am Mittwoch E-Mails veröffentlicht, die Zahlungen der Telekom an die Volkspartei belegen sollen. Schüssel geht es konkret um ein Mail, bei dem es um ein Sponsoring für ein Theaterprojekt seiner Tochter Nina Blum gehen soll.

--> Die E-Mails im Wortlaut

(APA/Red.)

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