Korruption: Telekom will sich 20 Millionen zurückholen

Telekom-Chef Hannes Ametsreiter will sich Geld zurückholen, dem "keine Leistung gegenübersteht". Public-Affairs-Manager Michael Fischer, der in dem Mail-Verkehr zeischen Telekom und Politik vorkommt, wurde beurlaubt.

Bilanz-Pressekonferenz Telekom Austria Group
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Telekom-Chef Hannes Ametsreiter – (c) dapd (Ronald Zak)

Die Telekom Austria will überall dort Geld zurückfordern, wo "Zahlungen keiner Leistung gegenüberstehen", sagte Unternehmenschef Hannes Ametsreiter am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz. In Summe rechnet er mit bis zu 20 Millionen Euro. Zudem sollen 20 Personen strafrechtlich verfolgt werden. Als Beispiel nannte er die Stock-Options-Affäre aus dem Jahr 2004 sowie die 9 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren direkt an die Firma Valora des Lobbyisten Peter Hochegger geflossen sind.

Public-Affairs-Manager und Ex-VP-Organisationsreferent Michael Fischer, dem unter anderem ein E-Mail zugeschrieben wird, in dem von Zahlungen an die ÖVP die Rede ist, sei bis zur Klärung der Sachlage beurlaubt. Man werfe Fischer nichts vor, aber es habe sich eine ungünstige Optik entwickelt, sagte Ametsreiter.

"Beste Kooperation" mit Staatsanwaltschaft

Der Skandal würde in "bester Kooperation" mit der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet, betonte Ametsreiter. Zu der von der Telekom lange zurückgehaltenen Information, wonach er von den Ermittlungsbehörden als Beschuldigter geführt wird, meinte Ametsreiter, dass die Untersuchungen seinem Wissenstand zufolge vor der Einstellung stehen würden. Die Anschuldigungen rund um die Telekom-Novelle 2009 stimmten jedenfalls nicht.

Zu den 200.000 Mails zu den diversen Korruptionsfällen bei der Telekom meinte Ametsreiter, er wisse bis heute nicht, welche Mails das genau seien. Vermutlich dürften die Schriftstücke aber vom Ex-Telekommanager Gernot Schieszler stammen, der sich der Justiz als Kronzeuge anbietet. Das Beratungsunternehmen BDO Deutschland werde diese E-Mails den Untersuchungsorganen übergeben.

Die Ergebnisse der BDO-Untersuchung kenne er nicht, so Ametsreiter. Weiters würden diese würden auch nicht dem Vorstand, sondern dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Aufsichtsratschef ist ÖIAG-Boss Markus Beyrer, der selbst in der Telekom-Affäre ins Schussfeld gekommen ist.

--> Die E-Mails im Wortlaut

Zu den Gesprächen der Telekom mit der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bezüglich einer Kartellstrafe, die der Telekom wesentlich reduziert wurde, sagte Ametsreiter, derartige Unterhaltungen zwischen Behörde und Firma seien ein "üblicher Prozess", auch dass man "gemeinsam zu einer Summe kommt". Es sei nichts Unrechtsmäßiges passiert.

(APA/Red.)

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