Strasser & Co.: Die nächsten Zeugen im U-Ausschuss

13. März 2012

Der Untersuchungsausschuss zu Korruption tritt von 13.- 15. März zu seinen nächsten Sitzungen im Parlament zusammen. Dazu sind einige Zeugen geladen. Der erste ist Heinz Sundt. Er war Vorstand der Telekom, als 2004 Kurse manipuliert worden sein sollen. Mit Sundts Befragung wird die 14. Sitzung des Ausschusses eröffnet.(c) APA/OTS/Telekom Austria/A. Bieni (OTS/Telekom Austria/A. Bieniek)

13. März 2012

Danach folgen Kurt Pribil (siehe Bild), der Chef der Finanzmarktaufsicht (FMA) und mit Stefan Colombo ein weiterer ehemaliger Vorstand der Telekom. Pribil war schon am 27. Februar in den Ausschuss geladen, seine Befragung zur Rolle der FMA in der vermeintlichen Kursmanipulation bei der Telekom musste aber aus Zeitgründen vertagt werden. Colombo war von 2000 bis 2007 Finanzvorstand der Telekom. In dieser Zeit sollen - so der Vorwurf - Gelder für genehme Gesetze geflossen und 2004 der Kurs der Aktie manipuliert worden sein.(c) Dapd (Hans Punz)

14. März 2012

Die Befragung von Ernst Strasser gilt als Höhepunkt der 15. Sitzung des Ausschusses. Strasser war von 2000 bis 2004 Innenminister für die Volkspartei und zog 2009 als deren Spitzenkandidat ins EU-Parlament ein. Er soll zwischen 2006 und 2008 100.000 Euro vom Lobbyisten Peter Hochegger erhalten haben - behauptet zumindest Hochegger. Als Strasser Innenminister war, wurde die Vergabe des Behördenfunks Tetron abgewickelt. Über die Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und Peter Hochegger sollen möglicherweise Gelder geflossen und Jagdeinladungen angenommen worden sein.(c) APA/RUBRA (RUBRA)

14. März 2012

Auf den Ex-Innenminister folgt der Ex-Infrastrukturminister Mathias Reichhold (FPÖ, am Bild links). Ab 2002 war er zwölf Monate im Amt. Auch er soll Geld von Hochegger erhalten haben. Nach Angaben Hocheggers zumindest 72.000 Euro für „Telekom-Beratung“ 2005 und weitere 10.000 Euro 2006. Reichhold bestätigte zwar Zahlungen, betonte aber, dass es sich um Beratung im Zusammenhang mit der EU-Präsidentschaft Österreichs und nicht für die Telekom gehandelt habe.(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)

14. März 2012

Michael Kolek ist ebenfalls am 14. März geladen. Der rote Telekom-Betriebsratschef war im April 2011 zwischenzeitlich suspendiert. Er soll die beiden ehemaligen TA-Vorstände Rudolf Fischer und Gernot Schieszler mit Informationen aus dem Konzern versorgt haben. Diese seien für Strafverfahren im Zusammenhang mit Geschäften mit PR-Mann Peter Hochegger relevant gewesen sein. Die Suspendierung Koleks wurde aufgehoben. Er arbeitet wieder für die Telekom.(c) AP (Lilli Strauss)

14. März 2012

Dem Christgewerkschafter und Telekom-Betriebsrat Franz Kusin will Hochegger über eineinhalb Jahre 140.000 Euro gegeben haben – angeblich für Lobbyingtätigkeiten bei ÖVP-Vizekanzler Wilhelm Molterer. 3000 Euro soll es laut internen Telekom-E-Mails auch für die FCG-Zeitung gegeben haben, die im Gegenzug eine „Lobhudelei“ (Mail) über die Telekom veröffentlichte. Kusin wird dazu im Parlament befragt werden.(c) APA (Barbara Gindl)

14. März 2012

Heinrich Pecina ist Chef des Investmenthaus Vienna Capital Partners, für das auch Strasser nach seiner Zeit als Innenminister tätig war. Pecina hat über sein Investmenthaus die Hypo Alpe Adria beraten und war in die Vorbereitung des Börsegangs der Hypo eingebunden. Der wurde zugunsten eines Verkaufs an die Bayern LB abgesagt. Im Hypo-Prozess ist Pecina Beschuldigter, weist aber alle Vorwürfe zurück.(c) FABRY Clemens

15. März 2012

Auch Boris Nemsic ist ins Parlament geladen, um befragt zu werden. Er war Chef der Telekom, als diese in einem Kartellverfahren 1,5 Millionen Euro Strafe zahlen musste. Mails belegen, dass sich die Telekom freute, „statt 7,2 Mio. jetzt 1,5 Mio. bezahlt“ zu haben. Der U-Ausschuss untersucht einen möglichen Freundschaftsdienst der Bundeswettbewerbsbehörde.(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

15. März 2012

Der frühere ÖVP-Mitarbeiter und spätere (mittlerweile beurlaubte) Telekom-Manager Michael Fischer ist die mögliche Schnittstelle der Telekom zur ÖVP. Ihm wird unter anderem ein E-Mail zugeschrieben, in dem von Zahlungen an die ÖVP die Rede ist. Fischer ist für die 16. Sitzung des Untersuchungsausschusses geladen.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

15. März 2012

Für die 16. Sitzung sind Erich Gnad, er ist für die Mobilkom tätig, und Alois Schrems geladen. Schrems war für die Telekom tätig. Schließlich ist noch Gabriela Ullmann aufgefordert, ins Parlament zu kommen. Ullmann ist von der Agentur Whitehouse. Sie hat zuletzt erklärt, dass Hocheggers Firma Valora die Rechnung für den ÖVP-Jugendwahlkampf des Jahres 2008 beglichen habe. Die ÖVP betonte ungeachtet dessen, dass es keine Zahlungen der Telekom an die Volkspartei und keine Zahlungen von Hochegger gegeben habe.(c) AP (DARKO VOJINOVIC)
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