SPÖ-Mandatar will wieder Telekom-Sprecher sein

U-Ausschuss. Kurt Gartlehner darf nicht aussagen, wehrt sich aber über Medien: Er habe nichts Unrechtes getan.

[Wien] „Irrtümlicherweise wurde von Herrn Mag. Günter Perger die erbrachte Leistung für operative Beratungen gemäß Kooperationsvereinbarung dem Kunden Telekom zugeordnet, was inhaltlich falsch ist." Dieser Satz aus einem E-Mail einer Mitarbeiterin von Peter Hochegger - der „Presse" liegt eine Abschrift vor - soll den SPÖ-Mandatar Kurt Gartlehner nun in der Telekom-Affäre entlasten. Das zumindest wünschen sich Gartlehner und auch seine Partei. Zuletzt ist ihm zum Verhängnis geworden, dass er zwischen 2007 und 2009 für den Telekom-Lobbyisten Hochegger tätig war und 106.000 Euro bei seinem „entfernten Schulfreund" als Berater verdiente.

Er habe Hochegger aber „nur" zu Themen wie Windparks beraten. Leider sei seine Arbeit „irrtümlich falsch zugeordnet worden in der Buchhaltung" - eben der Telekom, die zurzeit im Zentrum des Korruptions-U-Ausschusses steht. Das E-Mail aus Hocheggers Firma solle nun Aufklärung bieten. Weder habe er für die Telekom gearbeitet noch bei seiner Partei für den Konzern lobbyiert, so Gartlehner.

Damit stellt sich der Abgeordnete offensiv gegen anderslautende Behauptungen. Diese sind auch deshalb im Parlament laut geworden, weil Gartlehner bis zur Vorwoche Telekom-Sprecher seiner Fraktion war; als solchen stellte ihn die SPÖ nach den Vorwürfen „vorläufig" frei. „Spätestens Mitte April" wolle er wieder Telekom-Sprecher sein, sagt Gartlehner der „Presse": „Sobald der U-Ausschuss seine Arbeit zur Telekom beendet hat." Auch seine Partei unterstütze das.

Mehrere Klubs wollen Gartlehner zur Causa im Ausschuss befragen, die ÖVP bremste bisher. Aus ihren Reihen könnte Werner Amon wegen einer Telekom-Spende an den ÖAAB geladen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2012)

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