Telekom-Affäre: ÖVP-Politikerin Hakl unter Beschuss

Peter Hochegger entwickelte Strategien bei der Ablöse des Telekom-Regulators Otruba. Er nennt in 138 Dateien die ÖVP-Telekom-Sprecherin Hakl. Mit ihrer Hilfe sollte Druck auf den Regulator ausgeübt werden.

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(c) APA (SCHLAGER Roland)

Wien/Red. Bei der Ablöse des einstigen Telekom-Regulators Heinrich Otruba dürften die ÖVP und Peter Hochegger – im Interesse der Telekom Austria – die Finger im Spiel gehabt haben. Diesen Verdacht legen 1955 Datensätze aus Hocheggers PR-Firma nahe, die „News“ veröffentlicht hat. Hochegger nennt in 138 Dateien die ÖVP-Telekom-Sprecherin Karin Hakl. Mit ihrer Hilfe sollte Druck auf den Regulator ausgeübt werden. Hakl bestreitet das: Sie habe nie für oder gegen einen Regulator gearbeitet. Wieso dies in den Hochegger-Mails so dargestellt werde, könne sie nicht erklären. In den Datensätzen taucht auch wiederholt der Name des SPÖ-Telekom-Sprechers Kurt Gartlehner auf. Zu Hocheggers Kunden zählten, wie aus den Mails hervorgeht, nicht nur die Telekom Austria, sondern auch die ÖBB, die Novomatic und die Pharmaindustrie.

Auf die Frage im „Presse“-Chat, wer denn die „korrupteste Partei“ sei, antwortete U-Ausschuss-Vorsitzende Gabriela Moser (Grüne): „Wahrscheinlich hat bisher das BZÖ am meisten Geld bekommen. Wenn allerdings die Rumpold-Millionen von der EADS der FPÖ zugutegekommen sind, dann schießt Strache den Vogel ab.“ Strache selbst kündigte eine interne Prüfung der Finanzen an. Außerdem könnte die frühere FPÖ-Chefin Ursula Haubner angezeigt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.03.2012)

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