Hochegger-Affäre: PR-Agentin gibt Lüge zu

Die Lebensgefährtin des bulgarischen Ex-Premiers hat doch mit dem Lobbyisten Peter Hochegger zusammengearbeitet - und dafür 380.000 Euro erhalten.

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Lobbyist Peter Hochegger – (c) AP/Ronald Zak

Die bulgarische PR-Agentin Monika Janewa gab in einer Pressekonferenz zu, gegenüber der Wochenzeitung "Kapital" gelogen zu haben. In einem Interview hatte sie abgestritten, mit dem Lobbyisten Peter Hochegger zusammengearbeitet zu haben. Das berichtet das Onlineportal "Dnevnik.bg" am Donnerstag. Weiters bestätigte Janewa, die Lebensgefährtin des bulgarischen Ex-Premiers Sergej Stanischew, in den Jahren 2006 und 2008 an zwei Verträgen als Subunternehmerin von Hochegger mitgewirkt zu haben. Dafür soll sie 380.000 Euro erhalten haben.

Janewa erklärte, dass ihr Name nur deshalb in den Skandal um Hochegger verwickelt worden sei, weil sie mit Stanischew zusammenlebe. Sie vermutete auch, dass die Attacke eigentlich gegen ihn gerichtet sei. Der Grund, weshalb sie gezielt nicht richtig geantwortet habe sei, dass sie eventuelle "politische Spekulationen, die aber trotzdem stattfanden", vermeiden wollte. Die PR-Agentin entschuldigte sich für die falschen Aussagen.

Keine Schmiergeld-Zahlungen

Janewa unterstrich ausdrücklich, dass sie keine gesetzwidrigen Taten begangen und auch keine Schmiergelder gezahlt habe. Sie verteidigte sich weiter mit dem Verweis, dass sie in der Zeitspanne der Verträge mit Hochegger noch mit dem Ex-Bankier Wenzislaw Josifow verheiratet war und nichts mit Stanischew zu tun gehabt habe. Daher sei sie auf keinen Fall wegen der Aufträge vonseiten des bulgarischen Staates in einem Interessenskonflikt gestanden.

Janewa erklärte die Entscheidung Hocheggers, sie trotz der bulgarischen Niederlassung seiner Firma als Subunternehmerin zu beauftragen, mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit drei Regierung. Dabei zählte sich allerdings auch das derzeit amtierende Kabinett von Bojko Borissow dazu, das erst 2009 sein Amt antrat.

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Abendessen mit Ernst Strasser?

Den früheren VP-Innenminister Ernst Strasser will sie nicht kennen. An ein gemeinsames Abendessen mit Strasser und Stanischew - von dem der Ex-Minister bei seiner Befragung im U-Ausschuss berichtete - könne sie sich auch nicht erinnern, weil sie an "vielen solchen Ereignissen" teilgenommen habe. Die PR-Agentin dementierte weiters, dass ihre Agentur am Besuch des gegenwärtigen Premiers Borissow in Österreich und an einem Treffen mit Strasser mitgewirkt hatte.

Janewa drohte gleichzeitig, Agrarminister Miroslaw Najdenow zu verklagen, weil dieser ihren Namen mit dem Hochegger-Skandal in Verbindung gebracht habe. Darauf antwortete dieser am Donnerstag gegenüber dem privaten Fernsehsender bTV, dass er über sie lediglich das gesagt habe, was in österreichischen Medien gestanden sei.

"Image Bulgariens"

Hochegger, gegen den in Österreich wegen Korruption ermittelt wird, hatte 2006 und 2008 zwei Auftrage von der damaligen bulgarischen Stanischew-Regierung im Wert von insgesamt 1,5 Millionen Euro erhalten, offiziell um sich um die Verbesserung das "Images Bulgariens" zu kümmern. Innenminister Zwetan Zwetanow hatte am Dienstag das bulgarische Parlament aufgefordert, einen U-Ausschuss ins Leben zu rufen, um die Beziehungen zwischen Hochegger und Stanischew zu prüfen.

Der Korruptions-U-Ausschuss im österreichischen Nationalrat prüft in diesem Zusammenhang auch einen von Hochegger vermittelten Auftrag aus Bulgarien an Strasser im Wert von 100.000 Euro, dessen genauer Inhalt bisher unklar ist.

(APA/Red.)

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