"Du wirst dich wundern": Strasser soll erneut aussagen

Der BZÖ-Abgeordnete Petzner will den Ex-Innenminister erneut vor den U-Ausschuss laden. Grund ist ein SMS Strassers an "Krone"-Redakteur Pandi, in dem er eine "Zeit zum Reden" ankündigt.

KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: STRASSER
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KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: STRASSER
Ernst Strasser – (c) APA/HELMUT FOHRINGER (Helmut Fohringer)

Bei seiner ersten Aussage vor dem Korruptions-U-Ausschuss hat sich Ernst Strasser wenig auskunftsfreudig gezeigt. Geht es nach dem BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner, soll der frühere VP-Innenminister nun ein weiteres Mal geladen werden. Einen entsprechenden Antrag kündigte Petzner am Dienstag an. Grund ist ein SMS Strassers an den Innenpolitik-Chef der "Kronen Zeitung", Claus Pandi, das dieser in seinem Video-Blog publik machte.

Die mobile Unterhaltung fand vergangene Woche nach Strassers Auftritt im U-Ausschuss statt. Nach anfänglichem Austausch von Nettigkeiten schrieb Pandi an Strasser: "Irgendwann wirst du mir erzählen, was dir da eingefallen ist". Strassers Replik: "genau! aber noch nicht jetzt. du wirst dich wundern...". Und weiter: "da wird noch was passieren - kann nächste woche oder in halben Jahr sein - den Zeitpunkt bestimm leider nicht ich; dann ist die zeit zum reden".

Petzner schließt daraus, dass der Ex-EU-Abgeordnete viel mehr weiß, als er dem Ausschuss mitgeteilt hat: "Was eine Auskunftsperson aussagt, kann sie sich aber nicht aussuchen". Zwar sei damit zu rechnen, dass Strasser ohnehin ein weiteres Mal in den Ausschuss geladen wird, und zwar zum Untersuchungsgegenstand Tetron (Blaulichtfunk): "Aber wenn dieses SMS die Causa Telekom betrifft, können wir ihn in der Causa Tetron nicht mehr befragen."

--> Nachlese: Strassers Aussage im Liveticker

ÖIAG-Chef Beyrer im Visier der Ermittler?

Im Vorfeld der Aussage von ÖIAG-Chef Markus Beyrer in der Sitzung am Mittwoch tauchten unterdessen Berichte auf, wonach dieser ins Visier der Ermittler gekommen sei. Das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung habe der Staatsanwaltschaft "Sicherstellungsanordnung" empfohlen, um an Daten des früheren Generalsekretärs der Industriellenvereinigung zu gelangen, schrieb das "WirtschaftsBlatt" am Dienstag. Bei der Staatsanwaltschaft Wien gab es dazu keine Bestätigung.

Beyrer selbst wies die Information als "falsch" zurück. Zwar gebe es eine entsprechende Empfehlung, doch habe es sich dabei um jene Datensätze der Telekom Austria gehandelt, die derzeit von der BDO Deutschland untersucht würden. Und auch da sei mittlerweile ein "modus operandi" gefunden, der den Ermittlern "vollen Zugang zu den Daten ermöglicht". Als Beschuldigter wird Beyrer derzeit jedenfalls nicht geführt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

(APA)

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