„Meuterei“: Innsbrucker Gemeinderat Ofer ist kein „Pirat“ mehr

Der einzige Pirat in einem politischen Gremium wurde wegen seines „autoritären Führungsstils“ aus der Partei geworfen.

Innsbruck/Apa. Der Innsbrucker Gemeinderat war bis jetzt das einzige politische Gremium, in dem die Piratenpartei vertreten war. Nun wurde der „Pirat“ im Gemeinderat, Alexander Ofer, in einer außerordentlichen Generalversammlung aus der Partei ausgeschlossen. Grund dafür sei sein „autoritärer Führungsstil“, heißt es vom neuen Parteivorstand. Ofer habe die Einsicht in ein Spendenkonto verweigert.

Ofer selbst sprach von einer „Meuterei“, der Parteiausschluss sei „nicht rechtmäßig zustande gekommen. Die haben gemeutert.“ Er wirft dem neuen Vorstand vor, das Gründungsprotokoll der Tiroler Piraten verändert und mit gefälschten Unterschriften veröffentlicht zu haben, um den Parteiausschluss zu legitimieren. Er habe bereits eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht, sagt Ofer. Das neue Vorstandsmitglied Wolfgang Samsinger bestreitet die Vorwürfe. Die Versammlung sei rechtmäßig gewesen. Ofer könne aber jederzeit wieder eine Beitrittserklärung unterschreiben und einen Euro Mitgliedbeitrag bezahlen.

Nicht nur in der Partei, auch im Gemeinderat gibt es einen Konflikt um Ofer: Die regierenden Bürgermeisterin-Liste „Für Innsbruck“ will ihn als Vorsitzenden des Kontrollausschusses, die ÖVP kündigte an, gegen diese Besetzung zu stimmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.05.2012)

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