Darabos: ''Das hat nichts mit der Krone zu tun''

SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos hat im Live-Chat eine Stunde lang die Fragen der User von DiePresse.com zum Thema Bundesheer und Wehrpflicht-Volksbefragung beantwortet.

Der Minister verteidigte seine Pro-Berufsheer-Linie. Die Wehrpflicht sei kaum reformierbar, daher wolle er "ein besseres System etablieren".(c) Die Presse Digital

"Wir hätten im neuen System des Berufsheeres geringere Personalkosten, könnten damit Geld für Invesititonen und Beschaffungen bereitstellen", erklärte Darabos. Beispiele wie Deutschland und Schweden würden zeigen, dass die Umstellung auf ein Berufsheer nicht ein Mehr an Kosten erfordern würde.(c) Die Presse Digital

Zur Befürchtung, der Katastrophenschutz könnte durch ein Berufsheer gefährdet sein, sagte der Minister: "In meinem neuen System wären 23.000 Soldatinnen und Soldaten jederzeit im Katastropheneinsatz abrufbar. Das sind mehr als jetzt und sie würden auch eine höhere Qualität bringen, weil sie eine längere und bessere Ausbildung hätten."(c) Die Presse Digital

Von den jüngsten Umfragen, die ein Votum für die Beibehaltung der Wehrpflicht voraussagen, zeigte sich Darabos - frei nach Churchill - unbeeindruckt: "Ich glaube nur die Umfragen, die ich selbst gefälscht habe." Und: "Spaß beiseite, die Abstimmung ist offen, es ist eine Frage, wer hingeht und seine Meinung artikuliert."(c) Die Presse Digital

Seine Zeit als Zivildiener nannte Darabos "interessant". Er habe damals den Präsenzdienst aus persönlichen Gründen abgelehnt. "Ich habe mich allerdings immer zur umfassenden Landesverteidigung bekannt und stehe nach wie vor dazu."(c) Die Presse Digital

Warum er seine Meinung zum Thema Wehrpdlicht erst nach einem entsprechenden Artikel der "Kronen Zeitung" geändert habe, wollte ein User wissen.

Darabos betonte, die Diskussion laufe bereits seit 2010: "Das hat nichts mit der "Kronen Zeitung" zu tun, sondern mit einer seriösen Analyse der Wehrsysteme in Europa."

Die Haltung von Salzburgs SP-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die für die Wehrpflicht eintritt, nannte der Minister "bedauerlich". Immerhin sei seine Linie "in den Gremien der Sozialdemokratie abgesegnet" worden.(c) Die Presse Digital

Die Frage nach einem möglichen Rücktritt, sollte sich die Bevölkerung für die Wehrpflicht entscheiden, wollte Darabos nicht konkret beantworten: Man müsse das Ergebnis abwarten. Außerdem gehe es "nicht um eine Abstimmung über mich".(c) Die Presse Digital

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