''Liebe Oma'': Die Werbe-Schlacht ums Heer

Wiener Haushalten flattert dieser Tage eine - wie es auf dem Kuvert heißt - "wichtige Mitteilung" in den Briefkasten: „Wehrpflicht abschaffen, sagt die Vernunft - und was sagen Sie?“ fragen Bundeskanzler Werner Faymann und Bürgermeister Michael Häupl darin. Die roten Spitzenpolitiker argumentieren, dass Profis Schutz vor Terror, Hilfe in Katastrophen und Einsatz im Ausland leisten sollten.

Eine Woche vor der Volksbefragung zum Bundesheer ist die Werbe-Schlacht voll entbrannt. Ein Überblick über die Kampagnen. (c) Felbermayer

Dem (offiziell parteiunabhängigen) schwarzen Pro-Wehrpflicht-Komitees "Einsatz für Österreich" unter der Leitung von Veit Sorger gehören unter anderem Radprofi Franz Stocher, Psychoanalytikerin Rotraud Perner, Fußballtrainer Frenkie Schinkels, Ex-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler, und Dompfarrer Toni Faber an. Auf Facebook hat das Komitee mit Stand 10. Jänner 8236 Fans.Screenshot

Hannes Androsch leitet das (ebenfalls offiziell unabhängige) rote Pro-Berufsheer-Personenkomitee "Unser Heer". Auch dabei: Verfassungsjurist Heinz Mayer, die Grüne Madeleine Petrovic, Musiker Reinhold Bilgeri, Manager Beppo Mauhart und Sänger Wolfgang Ambros an. Auf Facebook bringt es das Komitee mit 2042 auf deutlich weniger "likes" als "Einsatz für Österreich". Dafür ist "Unser Heer" auf Twitter äußerst aktiv - bislang wurden 563 Tweets versandt.Screenshot

"Unser Heer" hat auch TV- und Kino-Spots produzieren lassen. In mehreren Videos fragt sich ein Paar in Unterwäsche: "Ist das professionell - alles was sich bewegt, grüßen und alles, was sich nicht bewegt, putzen?" Dann stellen sich die Beiden als "Profis" vor - wechselweise als Pionier, Koch, Rettungssanitäterin und Kampfpilotin.Screenshot

In einem vorweihnachtlichen Spot schreibt ein Jugendlicher an die "liebe Oma" und den "lieben Opa": Er wünscht sich zu Weihnachten „kein Computerspiel und keine Schuhe, sondern ein halbes Jahr Lebenszeit“ - Oma und Opa sollen daher bei der Volksbefragung ihre Stimme gegen die Wehrpflicht abgeben.Screenshot

Zwei Wochen vor der Befragung hat auch „Einsatz für Österreich“ einen Werbespot veröffentlicht. Darin geht es ausschließlich um den Katastrophenschutz. „Martina Kranzl, berufstätige Mutter, erzählt in dem Video, wie sie beim Hochwasser 2002 „ohne die Grundwehrdiener nicht mehr weitergewusst hätte“.Screenshot

Die Wiener SPÖ versucht mit Heißgetränken, Skeptiker vom Berufsheer zu überzeugen. Das "Punsch-o-Mobil" tourt bis zum 20. Jänner durch alle Bezirke.(c) Ludwig Schedl

"Machen Sie hier ihr Kreuz": Die schwarze Plakatkampagne bietet die visuelle Anleitung für die Volksbefragung. (Im Bild: Wiens VP-Chef Manfred Juraczka und Staatssekretär Sebastian Kurz)(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Die Initiative "Frauen für ein Berufsheer" wirbt mit Plakaten für Profis im Katastrophenschutz und das freiwillige Soziale Jahr ("Sie sagt: 14 x rund 1.400 Euro brutto. Das wär auch was für mich").(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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