Testfall Kärnten: Bucher zusehends unter Druck

Das BZÖ kämpft um den Einzug in den Landtag. Stronach habe Unterschriften von Profis "keilen" lassen.

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Josef Bucher – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Umfragen sind wenig erbaulich: Auf drei bis fünf Prozent kommt das BZÖ derzeit in Kärnten, damit ist sein Einzug in den Landtag unsicher, für den es fünf Prozent bräuchte. Gewählt wird am 3.März, und noch haben die Orangen nicht die notwendigen 400 Unterstützungserklärungen beisammen, „aber bis Montag“, wie sie versichern. Parteichef Josef Bucher kommt dennoch zusehends unter Druck: Sollte eine Kandidatur des „neuen“ BZÖ – 2009 war noch die FPK unter Gerhard Dörfler als BZÖ angetreten – nur knapp zustande kommen, wäre das kein gutes Zeichen für die Wahl, bei der man auf Platz sechs hinter SPÖ, FPK, ÖVP, Grünen und dem neuen Team Stronach hoffen kann. Wobei BZÖ-eigene Untersuchungen wenig überraschend einen sicheren Einzug und ähnlich hohe Werte wie für die Stronach-Bewegung anzeigen.

Scheitert Bucher mit seinem Team am Einzug, würde er zwar eine „Nachdenkpause“ einlegen, wie er der „Presse“ sagt, aber „Kurs halten“: „Kärnten ist das Gesellenstück, die Nationalratswahl das Meisterstück.“ Bei der Bundeswahl im Herbst werde er daher auch „sicher Spitzenkandidat“ sein. Wobei sich für den Fall eines Debakels in Kärnten schon BZÖ-EU-Mandatar Ewald Stadler als möglicher Nachfolger bereithalten soll, wie zu hören ist. „Völlig absurd“, sagt dazu Bucher. „Zu klerikal und fanatisch“, sagen andere über Stadler: „Er wäre nicht mehrheitsfähig bei den Orangen.“

Schärfste Konkurrenz in Kärnten ist das Team Stronach. Die Gruppe um Milliardär Frank Stronach, die am Mittwoch binnen weniger Stunden ihre 400 Unterstützungserklärungen beisammenhatte, habe diese von bezahlten Profis „keilen“ statt von Ehrenamtlichen sammeln lassen, sagt Bucher: „Das habe ich selbst gesehen.“ Das Team Stronach spricht von unbezahlten Sympathisanten, fallweise könnten auch bezahlte Wahlhelfer Erklärungen beigebracht haben.

 

E-Mails an: regina.poell@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2013)

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