Riess berät Spindelegger und die ÖVP

Wie sich die ÖVP auf den Wahlkampf vorbereitet. Und warum Reinhold Mitterlehner immer wichtiger wird.

Susanne Riess
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Susanne Riess – Die Presse

Am Dienstag nach Ostern versammelt sich das Regierungsteam der ÖVP samt Klubobmann Karlheinz Kopf und dem Zweiten Nationalratspräsidenten, Fritz Neugebauer, in der Politischen Akademie der Partei in Wien-Meidling. Auf dem Programm steht eine Klausur zum Thema „Leistbares Wohnen“, wobei es im Speziellen um die Frage geht, wie sich eine Bauoffensive auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirken würde (nach Meinung der ÖVP: gut).

Die Runde wird von drei Fachleuten komplettiert, darunter ist auch eine alte Bekannte aus der Politik: Neben den Vorstandschefs von S-Bausparkasse und Valida, Josef Schmidinger und Andreas Zakostelsky, hat nämlich auch Susanne Riess (vormals Riess-Passer) die Einladung von Parteiobmann Michael Spindelegger angenommen. Dass sich die ÖVP von der früheren FPÖ-Vizekanzlerin beraten lässt, will man jedoch nicht als subtiles Vorfühlen in Richtung Schwarz-Blau missverstanden wissen. Man zähle nur auf das Fachwissen der Wüstenrot-Generaldirektorin, heißt es in der Partei.

Die Klausurergebnisse wird Spindelegger dann am späten Vormittag gemeinsam mit den drei Experten und Reinhold Mitterlehner präsentieren, den man zuletzt immer öfter an der Seite des Vizekanzlers zu sehen bekam. Der Hintergrund? Als Wirtschafts- und Familienminister spielt Mitterlehner heuer eine gewichtige Rolle, zumal sich die ÖVP im Wahlkampf vor allem den Themen Wohnen und Familie widmen will.

Die Unstimmigkeiten zwischen Spindelegger und Mitterlehner, der sich nach Josef Prölls Rücktritt ebenso Hoffnungen auf die Parteiführung und das Vizekanzleramt gemacht haben soll, sind längst ausgeräumt. Dem Vernehmen nach will sich der Parteichef bei der einen oder anderen TV-Wahlkonfrontation sogar von seinem Wirtschaftsminister vertreten lassen. Zum Leidwesen Maria Fekters wird Mitterlehner derzeit auch als möglicher nächster Finanzminister genannt. Was in der ÖVP (noch) heftig dementiert wird.

 

E-Mails an: thomas.prior@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2013)

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