Wahlplakate: Parteien werben mit Uncle Sam und Radlern

Zentraler Slogan der ersten SPÖ-Plakate war das vom Wahlprogramm bekannte "Holen Sie sich, was Ihnen zusteht". Drei der vier Plakatmotive sind den Themen Arbeit, Pensionen und Steuersenkung gewidmet. "200.000 neue Arbeitsplätze. Holen Sie sich, was Ihnen zusteht", steht da etwa zu lesen. Zu sehen ist in diesem Fall Kern im Gespräch mit Jugendlichen - und einmal in Uncle-Sam-Manier mit ausgestrecktem Zeigefinger.

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In der aktuellen Plakatkampagne setzt die SPÖ auf Kinder. Auf dem einen Plakat sitzt ein leger gekleideter Kern mit einem Zunge zeigenden Kind auf dem Schreibtisch im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts. Das zweite Sujet zeigt Kern mit vier Kindern fußballspielend auf dem Heldenplatz.  "Zukunft" und "Veränderung mit Verantwortung" lauten die dazugehörigen Slogans. 

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Die ÖVP hat ihre erste Plakatwelle bereits gestartet, bevor Sebastian Kurz offiziell zum neuen ÖVP-Obmann bestellt wurde. Die Plakate zeigen ihn im Gespräch mit Kindern oder mit Senioren, der Slogan lautet „Zusammen. Neue Wege gehen“. Einen Verweis auf die Volkspartei sucht man auf dem Plakat vergeblich.

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Die ersten "offiziellen" Wahlplakate der ÖVP folgten Mitte September. Auf den Parteinamen wurde erneut verzichtet. Zu sehen ist dafür Spitzenkandidat Kurz, einmal unter Menschen, das andere Mal solo. Auf letzterem Plakat, das in der aktuellen Parteifarbe türkis gehalten ist, heißt es hervorgehoben: "Tun, was richtig ist." Klein darunter folgt "Für Österreich". Umgekehrt ist man es beim anderen Sujet angegangen. Dort ist "Österreich zurück an die Spitze" klein gehalten, der Subtext "Für uns alle" dafür groß. 

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"Österreicher verdienen Fairness". Unter diese Devise stellt die FPÖ ihren Wahlkampf. Das erste Großplakat der Freiheitlichen zeigt ein Tandem, gelenkt von einem im rot-weiß-roten Trikot strampelnden Radler, der am Hintersitz einen übergewichtigen Mann mit dem T-Shirt-Slogan "Ref.(ugee, Anm.) welcome) mitzuschleppen hat. Betitelt ist das ganze mit "Österreicher verdienen Fairness - der rot-schwarze Speck muss weg." 

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Kanzler Christian Kern, Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer und ÖVP-Chef Sebastian Kurz sind Motive der zweiten Plakatwelle der FPÖ. Ihnen, als "dunkle Seite der Macht", wird FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als "die Hoffnung" gegenübergestellt.

Auf einem Plakat etwa zitieren die Freiheitlichen den roten Wahlslogan "Hol dir, was dir zusteht", auf einem anderem wird Kurz' Aussage "Der Islam gehört zu Österreich" die Forderung "Die Islamisierung gehört gestoppt" entgegengehalten.

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Die Grünen setzten bei ihrer ersten Plakatwelle optisch ganz auf ihre Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Inhaltlich beschäftigen sich die Sujets unter dem General-Slogan "Das ist Grün" mit Solidarität ("Mitmenschen. Nicht dagegen. Das ist Grün."), Gleichberechtigung ("Sei ein Mann: Wähl eine Frau. Das ist Grün.") und einem klaren Bekenntnis zu Europa ("Europa beginnt in Österreich. Das ist Grün.").

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Auch in der zweiten Welle wird "das ist Grün" fortgesetzt. Inhaltlich konzentriert man sich nun aber vor allem auf die "Gemeinsame Schule", einem "Ja zu fairen Mietpreisen" sowie zur "Energiewende", "Ehe für Alle" und "gelebter Integration".

"Wir wollen allen Menschen in Österreich ein
gutes Leben ermöglichen", betont Lunacek bei der Präsentation. Dazu beitragen solle unter anderem eine kostenlose, flächendeckende Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag und eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 14-Jährigen.

Die Neos wechseln bei ihrer Plakatkampagne zur Nationalratswahl die Perspektive. Auf sechs unterschiedlichen Sujets werden Menschen samt deren Anliegen gezeigt - und das in Spiegelschrift ("Lesen können", "Eigene 4 Wände", "Arbeit geben", "Pflege daheim", "Bescheid wissen" und - als Wortspiel - "Euröpa"). "Wir werden immer die Schuhe der Bürgerinnen und Bürger anhaben", erklärte Spitzenkandidat Matthias Strolz bei der Präsentation.

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Seit der zweiten Welle prangen Strolz und Kandidatin Irmgard Griss selbst auf den Plakaten. Dazu - wiederum in gespiegelter Schrift - die Schlagworte: "Flügel heben", "Neue Politik" und "Vernunft".

Der Gedanke hinter dem "Flügel heben" sei für Griss, "dass in allen Menschen Potenzial steckt: Wie ein Vogel, der aus dem Ei schlüpft und langsam die Flügel hebt." Sie projiziert den Slogan auf die Bildung, die für ein ganzes Leben gelte und liebäugelt mit einer eigenen "Schule für Pensionisten".

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Die Partei des früheren grünen Abgeordneten, Peter Pilz, wird den Wahlkampf mit einem einzigen Plakat bestreiten. Es handele sich um das "schönste" Wahlplakat aller Parteien, scherzte der Listengründer und Namensgeber bei der Präsentation vor dem Parlament .

Das Plakat kommt ohne Foto aus, darauf zu lesen ist in roter bzw. schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund: "1 Plakat, 0 Euro Steuergeld, 0 Belästigung. Ja, es geht!" Inhaltlich forderte Pilz bei der Vorstellung vor dem Hohen Haus die Halbierung der Parteienförderung, Ziel für den 15. Oktober ist die Zweistelligkeit.

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Das Herz der Freien Liste Österreich (FLÖ) "schlägt für Österreich", heißt es auf den Plakaten der Partei des Ex-Freiheitlichen Karl Schnell. Mit Forderungen wie etwa "kein Asyl nach illegaler Einreise", der Verankerung des Rechts auf Besitz und Tragen von Waffen und einer Radikalreform der EU bzw. eines Austritts will man an "klaren Positionen festhalten", wie Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz erklärt. 

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Im Mittelpunkt der Sujets der KPÖ PLUS stehen zentrale Wahlkampfthemen wie Wohnen, Arbeit und Demokratie. Unter den Slogans "Wohnen darf nicht arm machen", "Die einzigen, die PolitikerInnengehälter senken wollen" und "Wir reden über Arbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitszeitverkürzung" zeige man, dass Politik auch anders geht als bei den etablierten Parteien, hieß es bei der Präsentation.

KPÖ PLUS/Veulliet