Wahlkampf skurril: Grüne lassen "Posterboys" der Konkurrenz sprechen

Posterboys

Die Grünen haben im Wahlkampf eine Augmented Reality-App lanciert, mit der die Plakate der anderen Parteien quasi zum Leben erweckt werden. Mittels computergestützter Erweiterung der Realität beginnen SPÖ-Chef Christian Kern, ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache auf der Posterboys-App dreidimensional animiert zu sprechen, sobald die entsprechenden Plakate gescannt und abgefilmt werden. Was die Spitzenkandidaten-Avatare dabei von sich geben, soll die Nutzer freilich eher dazu animieren, die Grünen zu wählen. "Politische Campaigning für die junge Zielgruppe wird weltweit zum ersten Mal auf diese Art und Weise gemacht", so Grünen-Kampagnenleiter Joseph Mussil.

(c) Gruene

Ungebetene Hubers

Die freiheitliche Wahlkampffamilie Huber hat nicht nur ungebetene Gäste im Haus, sie ist auch selbst unerwünscht - nämlich von den realen Besitzern des Gebäudes. In den "Salzburger Nachrichten" meint Eigentümerin Maria Thalhammer: "Wir haben das Gefühl, dass eine Partei in unserem Wohnzimmer sitzt. Ungebeten. Da wirbt die FPÖ mit Fairness und verhält sich selbst wahnsinnig unfair. Sie wohnt bei uns ohne Mietvertrag".

FPÖ-Sprecher Alexander Höferl betont, das Bild des Hauses von einer Internet-Bildagentur unter Einhaltung aller Lizenzbestimmungen erworben und abgefilmt zu haben. Die Innenaufnahmen wurden ohnehin in einem Studio gedreht. Thema der Hubers ist, dass - in Anspielung auf die Flüchtlingswelle - eine österreichische Familie in ihrem Haus von dutzenden Gästen heimgesucht wird und in der Folge Pleite geht.

Screenshot Youtube FPÖ

Häfn-Kunst für die SPÖ

"Yes We Kern" lautet einer der Slogans der SPÖ für die Wahl. Dafür hat man sogar eigene Buttons herstellen lassen. In der Zeitung" Heute" wurde nun bekannt, wer für die Kanzlerpartei produziert, nämlich die Insassen der Haftanstalt in Korneuburg. Gesamt 50.000 Pins sollen produziert worden sein. In Summe sollen sich die Kosten für die SPÖ auf nur 700 Euro belaufen haben. Die FPÖ beklagt über ihren Abgeordneten Christian Lausch "Billigstlohnarbeit".

 

APA/HERBERT NEUBAUER

FLÖ gegen FLÖ

Die Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) distanzieren sich von der Freien Liste Österreich (FLÖ) des Ex-Freiheitlichen Karl Schnell. Die seit über 30 Jahren mit dieser Kurzbezeichnung bei Studentenwahlen kandidierende Fraktion habe weder personelle, inhaltliche noch finanzielle Parallelen zu Schnells bei den Nationalratswahlen antretender Truppe, wird in einer Aussendung betont. Rechtlich wollen die Studenten gegen die Neo-FLÖ aber nicht vorgehen: Das finanzielle Risiko sei zu hoch. Bei den jüngsten ÖH-Wahlen im Mai erreichten die Fachschaftslisten übrigens 14 Prozent und stellen derzeit den ÖH-Vorsitz in einer linken Koalition.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Wahlkampf mit Emojis

Für alle, die Probleme mit dem Lesen haben, oder die von langen Interviews in Wahlkampfzeiten einfach die Nase voll haben, bietet die "Kleine Zeitung" online die andere Art der Information: Über WhatsApp befragte Spitzenkandidaten dürfen keine langen Vorträge halten, sondern nur mit Emojis antworten. Erster war Neos-Chef Matthias Strolz, der seine Partei unter anderem mit Glühbirne und Einhorn mit lila Mähne beschrieb.

imago/Action Plus

Kern gegen Strolz am Rasen

Am Rasen statt im TV-Studio fand das erste direkte Politiker-Duell im Wahlkampf statt: Beim Europäischen Forum in Alpbach trafen Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Neos-Chef Matthias Strolz bei einem Charity-Fußballspiel aufeinander. Mit "tiefen Atemübungen" und einem Kipferl habe er sich auf das Match vorbereitet, meinte Kern vor Spielbeginn. Strolz hatte da schon lange aufgewärmt. "Ich stelle mich hinten rein, für mittelalterliche Männer ist das die beste Position. Wenn Kern auftaucht werde ich meinen Turbo einschalten und die rote Kraft verfolgen", so der Neos-Chef. Daraus wurde aber nichts: Nach dem Anstoß durch Kern hatte Strolz das Nachsehen: Der Kanzler legte ein Tor auf, schoss eines selbst und brachte seine Mannschaft rasch in Führung.

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Kern wirbt auf Datingplattform um Spenden

Wahlkämpfen kostet Geld. Um dieses zu beschaffen setzten die Parteien auf unterschiedlichste Modelle. Ganz vorne dabei ist freilich das Sammeln von Spenden von Privatpersonen. Kanzler Christian Kern (SPÖ) hat sich nun entschieden, dafür auch Apps zur Hilfe heranzuziehen. Wie die "Futurezone" berichtet hat, wirbt Kern auf der Datingplattform Tinder um Geld für seinen Wahlkampf. "Bundeskanzler Christian Kern zählt auf dich! Im Wahlkampf folgt Bundeskanzler Christian Kern dem Credo 'Keine Spenden über 20.000 Euro'. Umso wichtiger sind die kleinen Spenden für uns!", ist dort zu lesen.