"Intrigantenstadl": Wie ausländische Medien Österreichs Wahlkampf sehen

Vor allem deutsche Medien zeichnen ein vernichtendes Bild des Dirty Campaigning der Koalitionsparteien. Sie kritisieren den Wahlkampf als inhaltsleer.

Symbolbild: Plakat mit SPÖ-Chef Kern und ÖVP-Chef Kurz
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Symbolbild: Plakat mit SPÖ-Chef Kern und ÖVP-Chef Kurz
Symbolbild: Plakat mit SPÖ-Chef Kern und ÖVP-Chef Kurz – (c) APA (Montage: Presse Digital)

Der österreichische Wahlkampf ist auch im Ausland angekommen: Von der britischen Zeitung „Guardian“ bis hin zu deutschen Blättern, die Negativkampagnen der Koalitionsparteien sind auch in ausländischen Medien ein Thema. Wohl auch, weil dieses Phänomen in Österreich „traditionell ein Tabu“ war, wie der „Guardian“ schreibt. Besonders die deutschen Blätter aber ziehen hart mit dem „Dirty Campaigning“ von ÖVP und SPÖ ins Gericht.

Zur Sprache kommen hier nicht nur die Ermittlungen über den ehemaligen SPÖ-Berater Tal Silberstein. Auch die Enthüllungen über interne SPÖ-Dossiers, in denen Bundeskanzler Christian Kern als „Prinzessin“ beschrieben wird, oder interne Unterlagen aus dem Büro von ÖVP-Chef Sebastian Kurz, die belegen dass seine Machtübernahme lange geplant war, sind Thema.

>>> Schritt für Schritt durch die Dirty-Campaigning-Affäre

Die meiste Beachtung finden aber die jüngsten Enthüllungen rund um offenbar von der SPÖ betriebene Facebook-Seiten, die Sebastian Kurz in ein schlechtes Licht rücken sollen. „Schmutzkampagne unter falscher Flagge“ titelt am Donnerstag die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die vor allem die Sozialdemokraten unter Kern beschädigt sieht, zugleich eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ nicht in Stein gemeißelt sieht: Selbst wenn die SPÖ nur dritter werden sollte, könnte die FPÖ unter Heinz-Christian Strache noch immer auf eine Regierung mit den Roten abzielen, lautet das Argument.

Die „Welt“ lässt in ihrer Analyse kein gutes Haar an den Koalitionsparteien: Die Kontroverse um die Facebook-Seiten werfe „Licht auf einen vollkommen inhaltsleeren Wahlkampf, der nun von diese Affäre noch zusätzlich beschädigt wird“, schreibt sie in einem Artikel von Mittwoch. Auch der „Spiegel“ ist kritisch: „Die Enthüllungen über die Facebook-Seiten sind nur ein neuer Tiefpunkt in einem von Niedertracht und Missgunst geprägten Wahlkampf“, schreibt das deutsche Magazin – und schließt auch eine ÖVP in der Affäre nicht aus: „undenkbar ist in diesem ganz großen Intrigantenstadl nichts.“

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>>> Bericht im "Guardian".

>>> Bericht in der "FAZ".

>>> Bericht in der "Welt".

>>> Bericht im "Spiegel".

(maka)

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