Internationale Medien: Strache, "Neo-Nazi", "Königsmacher"

Österreichs Wahlkampf findet auch in internationalen Medien Niederschlag. Nach Kritik am rot-schwarzen Dirty Campaigning wird nun der FPÖ-Chef in den Fokus gerückt.

Heinz-Christian Strache
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Heinz-Christian Strache
Heinz-Christian Strache – APA/HERBERT NEUBAUER

Von einem "Intrigantenstadl" war in internationalen Medien die Rede, von einem "neuen Tiefpunkt". Gemeint war die Dirty-Campaigning-Affäre, das Agieren von SPÖ und ÖVP im in die finale Kurve eingebogenen Rennen um das Kanzleramt. Seither ist eine knappe Woche vergangen - und der österreichische Nationalratswahlkampf ist noch immer fixer Bestandteil ausländischer Berichterstattung. Mittlerweile allerdings eine andere Facette davon: die FPÖ, der mögliche "strahlende Dritte".

Die "Süddeutsche Zeitung" widmete dem freiheitlichen Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache auf ihrer Webseite ein groß angelegtes Dossier mit dem Titel "Die Akte Strache". Darin geht sie auf eine Art Spurensuche, gräbt in der Vergangenheit des heute 48-Jährigen, der "als junger Mann in der Neonazi-Szene unterwegs" gewesen war - und fragt: "Wie tief steckte er wirklich drin?" Gezeigt werden unter anderem hierzulande längst bekannte alte Fotografien von Strache mit einer Waffe posierend. Darunter die Frage: "Harmlose Paintball-Spiele?"

Ähnliches wirft der britische "Guardian" wieder auf. "Austrian populists expect to be kingmakers as politics takes turn to right", titelt er etwa am heutigen 11. Oktober. Die Freiheitlichen als "Königsmacher" einer nach rechts kippenden Regierung, das klingt noch nach einer sachlichen, auf die letzten Umfragen abgestellten Frage.

Allerdings: Es handelt sich dabei nicht um den ursprünglichen Titel des Artikels. Dort war nicht von "Österreichischen Populisten", sondern von "Neo-Nazis" die Rede (siehe Bild unten). Dieses Wort ist nun nur noch im Text zu finden, und zwar in folgender Passage: "Weder (ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian, Anm.) Kurz noch der amtierende Bundeskanzler Christian Kern von der linksliberalen SPÖ haben eine Koalition mit den Freiheitlichen ausgeschlossen, deren derzeitiger Parteichef Heinz-Christian Strache der erste europäische Politiker mit Neo-Nazi-Hintergrund in einem Regierungsamt seit dem Zweiter Weltkrieg werden könnte."

 

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(c) Screenshot: Guardian

Die deutsche "Welt am Sonntag" stilisierte Strache indes am Wochenende zu jenem "Mann, der Österreichs Wahl entscheiden wird". Mehr noch, zum "einflussreichsten Rechtsnationalen des Kontinents".

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>>> Dossier der "Süddeutschen Zeitung"

>>> Bericht im "Guardian"

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(hell)

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