Pröll macht auf Bruce Willis, Stronach setzt auf Fußi

Zum Wahlkampfauftakt in Niederösterreich startet ÖVP ein "Glatze"-Video. Das Team Stronach holt sich Hilfe von früherem ÖVP- und SPÖ-Mann.

Proell macht Bruce Willis
Schließen
Proell macht Bruce Willis
Archiv: Damals war die Welt noch in Ordnung: Im Jahr 2000 bei der Eröffnung der Fußball-Akademie – APA (Gindl)

Heute, Donnerstag, startet „Stirb langsam5“ mit Bruce Willis in den heimischen Kinos. Heute ist aber auch der Wahlkampfauftakt der ÖVP Niederösterreich im Multiversum in Schwechat. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Wer künftig in niederösterreichische Kinos geht, wird kurz vor dem Film den neuen Image-Spot der Landes-ÖVP für Landeshauptmann Erwin Pröll sehen – wobei der eigentliche Hauptdarsteller die Pröll-Glatze ist. Denn der Text im Video lautet, dass in Kürze die „zweitcoolste Glatze“ – die von Willis – zu sehen sein werde. Die „coolste Glatze des Landes“ könne man dann am 3.März wählen.

Mit Blockbustern hat die Landes-ÖVP Erfahrung: Schon 1998, vor der zweiten Wahl Prölls, setzte man auf „Men in Black“ – Dutzende Werbehelfer zogen mit schwarzen Brillen durch das Land, mitverantwortlich war der damalige ÖVP-Landesgeschäftsführer Ernst Strasser. Im Vorjahr tauchten die „Men in Black“ dann als Foto-Upload auf einer ÖVP-Seite auf Facebook auf.

Auf neue Medien setzt man auch heuer. Bereits seit Tagen im Angebot ist eine Gratis-Handy-App, mit der sich User „erwinizen“ können: Wer will, stülpt sich auf einem eigenen Foto sozusagen die Pröll-Glatze mit Haarkranz über, die überhaupt im Mittelpunkt der Kampagne steht. So unter anderem auch bei „Erwin-T-Shirts“. „Es spricht für den Landeshauptmann, dass er so natürlich und spontan damit umgeht“, sagt ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner über die Glatze Prölls. „Haube 2.0“ nennt er das „erwinize“-Angebot, das auf eine Pröll-Haube im Wahlkampf 2008 folgt. Social Media würden aber nur „ergänzend“ eingesetzt werden: „Das Wichtigste ist der direkte Kontakt zu den Bürgern.“


Ebenfalls seinen Wahlkampfauftakt in Niederösterreich begeht am Donnerstagabend Frank Stronach in der Donauhalle in Tulln. Der Spitzenkandidat, der selbst aber nicht in den Landtag einziehen will, sondern Ernest Gabmann jun. und anderen den Vortritt lässt, ist schon länger in Image-Spots im Kino zu sehen. In den Videos lässt sich Stronach unter anderem von Ex-US-Präsident Bill Clinton für seine Freundschaft, vor allem aber für die vielen Arbeitsplätze loben, die er bei Magna geschaffen habe.

Außer auf Videos setzt Stronach nun auch auf den Hörfunk: Sowohl in Niederösterreich als auch in Kärnten, wo ebenfalls am 3.März gewählt wird, laufen neue Spots, die das Leitmotiv des Neo-Politikers – „Wahrheit, Transparenz, Fairness“ – unterstreichen sollen. Gestaltet hat sie der einstige ÖVP- und SPÖ-Politiker Rudolf Fußi, der als Parteichef der „Demokraten“ auch schon ein Anti-Abfangjäger-Volksbegehren gestartet hat. Der Spot in Niederösterreich: „Der Erwin schmeißt das Geld der Steuerzahler mit beiden Händen beim Fenster raus...“

Kaum härter geht es in „Stirb langsam5“ zu, der Untertitel: „Ein guter Tag zum Sterben“. John McLane (Willis) stellt sich als kampferfahrener Retter gegen den übermächtigen Gegner. Aber wer ist wer in Niederösterreich?

 

E-Mails an: regina.poell@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2013)

Kommentar zu Artikel:

Pröll macht auf Bruce Willis, Stronach setzt auf Fußi

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen