Strache: "Müssen Präpotenz der Macht aufbrechen"

Der FPÖ-Chef nennt seine Partei die "einzigen ernstzunehmenden Herausforderer" von "Landesfürst" Pröll. Spitzenkandidatin Rosenkranz stimmt zu: "Wir waren noch nie so nah dran, die Absolute zu brechen."

Strache Praepotenz Macht muss
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Strache Praepotenz Macht muss
FPÖ-Chef Strache – (c) dapd (Ronald Zak)

In Thaya im Waldviertel ging FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit der "absoluten Präpotenz und Arroganz der Macht" der niederösterreichischen ÖVP hart ins Gericht. Diese müsse bei der Landtagswahl am 3. März aufgebrochen werden, sagte er am Mittwochabend. Landeshauptmann Erwin Pröll, der wie ein "Landesfürst" agiere, brauche wieder Bodenhaftung. Die ÖVP auf 45 Prozent zu drücken wäre ein "verträgliches Maß" - und die Freiheitlichen seien die einzigen ernstzunehmenden Herausforderer. "Die Absolute muss weg", stimmte auch Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz zu.

In Wien sei es gelungen, die "Präpotenz der Roten" zu brechen, erinnerte Strache an die Wahlen 2010. Die Ausgrenzung müsse beendet werden, damit nicht mehr vom "hohen Ross herunter" regiert werden könne. Wer in Niederösterreich den Mund aufmache, werde "teilweise mit Eiseskälte gemobbt". Das sei "nicht gut für ein Land". Pröll trage auch Verantwortung für die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, verwies Strache weiters auf die Spekulationsverluste bei den Veranlagungen. Bis heute werde dies aber - wie in Salzburg - nicht eingestanden.

"Abfallprodukt vom Abfallprodukt"

Am Team Stronach ließ der FPÖ-Chef ebenfalls kein gutes Haar und nannte die neue Partei ein "mediales Kunstprodukt" und in Anspielung auf das BZÖ "Abfallprodukt vom Abfallprodukt". Frank Stronach verliere sehr schnell Interesse, erinnerte Strache an dessen einstiges vorübergehendes Engagement für den Fußball bei der Wiener Austria oder in Wiener Neustadt. Bei allem Respekt vor dessen wirtschaftlichem Erfolg sei ein 81-Jähriger auch nicht gerade der Zukunftsvisionär der nächsten 20 Jahre.

Der rot-schwarzen Bundesregierung warf Strache vor, bei den EU-Verhandlungen mit der Erhöhung der Netto-Beiträge einen "Mega-Flop" eingefahren zu haben. Es brauche angesichts von 400.000 Arbeitslosen bildungs- und familienpolitische Akzente, Pflegepersonal fehle, weil es zu wenig Ausbildungsplätze gebe. "Es stinkt gewaltig", meinte Strache, dass an den Interessenlagen der Menschen vorbei regiert werde.

Rosenkranz und der "geliebte Wahlkampf"

"Ich liebe Wahlkampf", sprach Rosenkranz von der Möglichkeit eines "reality check", was die Menschen wirklich bewege. So sei heute bei Wahlkampfterminen im Waldviertel die "Asylkirche" (Votivkirche, Anm.) Thema gewesen. Eine Mindestpensionistin verstehe Fernsehbilder von mit Handy telefonierenden, essenden Asylwerbern nicht. Aus Sicht der FPÖ sei es Verpflichtung, zuerst die Not im eigenen Land zu lindern und für "unsere Jungen" und unsere älteren Menschen einzutreten.

Im Bereich Sicherheit sei die importierte Kriminalität "unerträglich". "Wir wollen Kriminelle nicht ins Land lassen", erneuerte Rosenkranz die Forderung nach befristeten Grenzkontrollen.

In Sachen Arbeitsplätze zeige sich gerade im Waldviertel eine unglaubliche Vernachlässigung, verwies die Landesparteivorsitzende auf die Landflucht im Grenzland. Eine hochrangige Straßenverbindung oder Autobahn sei als Lebensader notwendig, damit sich Betriebe ansiedeln. Es gebe viel zu verändern und zu verbessern, es brauche Kurskorrekturen. "Wir waren noch nie so nah dran, die Absolute zu brechen", meinte Rosenkranz.

(APA)

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