Kurz: "SPÖ will Religionsunterricht abschaffen"

SP-Unterrichtsministerin Schmied weist die Behauptung scharf zurück - und wirft dem VP-Politiker vor, die Religion in den Wahlkampf hineinzuziehen.

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APA/HELMUT FOHRINGER

Die ÖVP macht erneut Druck in Sachen Ethikunterricht. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) wirft Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) im "Kurier" vor, nach der Nationalratswahl "die Abschaffung des Religionsunterrichtes" anzustreben. Gemeinsam mit den Vertretern der größten Religionsgruppen verfasste Kurz nun ein "Positionspapier", das einen ersatzweise verpflichtenden Ethikunterricht fordert.

Schmied habe - so Kurz - entgegen ihren Ankündigungen nach wie vor kein Konzept für einen alternativen Ethikunterricht vorgelegt (für all jene, die sich vom Religionsunterricht abmelden). "Sie will in Wahrheit ja etwas anderes, und ich kann mit gut vorstellen, dass sie deshalb nicht mehr davon spricht, damit sie nach der Wahl ihren Weg, die Abschaffung des Religionsunterrichts, dann auch wirklich durchsetzen kann", sagte Kurz im "Kurier".

Die katholische Kirche steht hinter dem Vorschlag von Kurz. Das erklärte seitens der Kirche die geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amts, Christine Mann, gegenüber Kathpress. Gleichzeitig betonte sie, dass die Kirche den konfessionellen Religionsunterricht "aus dem Wahlkampf heraushalten" wolle. Mann würdigte das Positionspapier, das sich für einen verpflichtenden Ethikunterricht alternativ zum konfessionellen Religionsunterricht einsetzt.

"Da irrt der Herr Kurz"

Der Konflikt um den Ethikunterricht schwelt bereits seit mehreren Jahren. Während die ÖVP einen verpflichtenden Besuch des Fachs Ethik für alle vom Religionsunterricht Abgemeldeten will, wünscht sich die SPÖ prinzipiell ein Pflichtfach Ethik für alle Schüler. In dem der APA vorliegenden "Positionspapier" fordert Kurz gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften aber, dass der Religionsunterricht an den Schulen fix verankert bleiben muss: Auch durch den - auch von den Religionsvertretern geforderten - verpflichtenden Ethikunterricht für alle Abgemeldeten dürfe der Religionsunterricht "keinesfalls eine Schwächung erleiden", heißt es in dem Papier.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat die Vorwürfe, sie wolle den Religionsunterricht abschaffen, aber ohnehin am Sonntag scharf zurückgewiesen. "Da irrt Herr Kurz, es wird keine Änderung am Religionsunterricht geben", hieß es am Sonntag. "Außerdem ist uns Religion so wichtig, dass ich mich dagegen verwehre, die Religion und die Religionsgemeinschaften in den Wahlkampf hineinzuziehen", so die Ministerin.

 

 

(APA)

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