Austrotürken: Die AKP in SPÖ und ÖVP

"AKP-nahe Funktionäre, eingeschleust über die jeweiligen Wirtschaftsflügel, werden von SPÖ und ÖVP gezielt salonfähig gemacht", kritisiert Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez.

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Erdogan – (c) REUTERS (RIA NOVOSTI)

Wien. Hamza Ates ist jener austrotürkische Unternehmer, dessen selbst gebasteltes Faymann-Plakat dem SPÖ-Chef von Heinz-Christian Strache im ORF-Wahlduell vorgehalten wurde. Ates ist aber nicht nur SPÖ-Funktionär und Mitglied ihres Wirtschaftsverbands, sondern auch AKP-Fan. Die Pro-Erdoğan-Großdemo im Juni in Wien hat er maßgeblich mitorganisiert. Gast beim diesjährigen Kanzlerfest Werner Faymanns war unter anderem auch Fatih Köse, ebenfalls Mitorganisator der Pro-Erdoğan-Demo, der über seinen Verein Vienna New Turks ebenso als Verbindungsmann zur AKP gilt.

Auch in die ÖVP sickern Sympathisanten der Partei von Premier Recep Tayyip Erdoğan ein, auch hier über den Wirtschaftsflügel der Partei. Bekanntestes Beispiel: Nationalratskandidat Hasan Vural, der auch mit ÖVP-Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz gut bekannt ist – zumindest, wenn man von Facebook- Fotos darauf schließen darf.

„AKP-nahe Funktionäre, eingeschleust über die jeweiligen Wirtschaftsflügel, werden von SPÖ und ÖVP gezielt salonfähig gemacht“, kritisiert Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez.

Während man zwischen ÖVP und AKP noch Gemeinsamkeiten orten kann – immerhin hat die AKP Beobachterstatus in der EVP –, ist die weltanschauliche Kluft die SPÖ betreffend weit größer. So ist SPÖ-Nationalratskandidat Resul Ekrem Gönültaş, der ebenfalls seinen Plakatauftritt im TV-Duell Strache gegen Faymann hatte, Mitglied des Österreich-Ablegers der in Deutschland wegen islamistischer Tendenzen unter Dauerbeobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Milli Görüs. Auch Gönültaş ist in der SPÖ offenbar gut vernetzt – wie ein Foto mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer beweist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2013)

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