Fünf Jahre Irak-Krieg: "Amerika kann und muss Kampf gewinnen"

US-Präsident Bush spricht sich gegen den Rückzug aus dem Irak aus. Der Krieg habe die Tür zu einem "großen strategischen Sieg" gegen islamische Extremisten geöffnet.

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(c) AP (Maya Alleruzzo)

Fünf Jahre nach dem Einmarsch von US-Truppen in den Irak hat sich Präsident George W. Bush nachdrücklich gegen einen Rückzug ausgesprochen. Das würde nur die Rolle des Irans in der Region stärken, erklärte Bush am Mittwoch in seiner Rede zum Jahrestag des Einmarsches.

"Es war die richtige Entscheidung"

Der Sturz Saddam Husseins sei die richtige Entscheidung gewesen, erklärte Bush. "Und dies ist ein Kampf, den Amerika gewinnen kann und muss". Der Krieg sei zwar mit "hohen Kosten an Menschenleben und Kosten" verbunden gewesen. Die Welt sei ohne Hussein aber "besser dran" und sicherer.

Der Irak-Krieg habe die Tür zu einem "großen strategischen Sieg" gegen islamische Extremisten geöffnet, weil es nun im Irak erstmals einen arabischen Aufstand gegen das Terrornetzwerk al-Qaida gebe. Im Irak sei damit ein "wichtiger Sieg gegen den Terrorismus" gelungen. Bush wies darauf hin, dass al-Qaida selbst den Irak als entscheidendes Schlachtfeld mit dem freien Westen bezeichnet habe.

Fünf Jahre Irak-Krieg: Die Bilanz

Seit Beginn des Irak-Kriegs kamen mehrere hunderttausend Iraker und mindestens 3.990 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben. Die amerikanischen Steuerzahler hat der Einsatz bisher fast 500 Milliarden Dollar (320 Milliarden Euro) gekostet.

Die Aufstockung der Truppen im vergangenen Jahr habe eine Stabilisierung der Lage im Irak gebracht. Ohne diesen Schritt hätte die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak "die Ausmaße eines Völkermords erreichen können", sagte Bush.

Ohne ausdrücklich auf den gegenwärtigen Wahlkampf einzugehen, warnte Bush den nächsten Amtsinhaber im Weißen Haus vor einer raschen Beendigung des Einsatzes. Dies würde ein Vakuum schaffen, "in dem Terroristen und Extremisten Unterschlupf finden und zur Verbreitung von Chaos und Gewalt nutzen könnten", sagte Bush. "Der Irak würde im Chaos versinken." Radikalislamische Terroristen würden dadurch gestärkt werden und die USA mit neuen Angriffen bedrohen, so Bush.

Demokraten: "Düsterer Meilenstein"

Der demokratische Abgeordnete John Dingell bezeichnete den Jahrestag als einen "düsteren Meilenstein", der einen Anlass biete, "sich zu erinnern, wie wir in diese Situation geraten sind, und darüber nachzudenken, wie wir am besten wieder rauskommen. Die im Irak anstehenden Aufgaben wie die Teilung der politischen Macht könnten nur von den Irakern selbst gelöst werden. (Ag.)

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