Just zum 25. Geburtsjahr des legendären Macintosh-Computers bricht die kalifornische Tech-Ikone Steve Jobs mit einer lieb gewonnenen Gewohnheit: Der Apple-Mitgründer will heuer nicht an der MacWorld in San Francisco teilnehmen, wo sich alljährlich die Apple-Gemeinde versammelt, um von Jobs persönlich einen Blick auf die Zukunft der Branche gewährt zu bekommen. Die Absage befeuert Gerüchte über den Gesundheitszustand des 53-Jährigen. Schon Mitte des Vorjahres wurde Investoren bange, als ein deutlich abgemagerter Steve Jobs die zweite Generation des iPhone präsentierte. Prompt war von einer erneuten Krebserkrankung des Apple-Chefs die Rede. Obwohl das Unternehmen dementierte, brachen die Aktien vorsorglich ein. Bei kaum einem anderen Unternehmen reagieren die Finanzmärkte so sensibel auf die Beschwerden des Firmenchefs. Wie schwer es ist, sich Apple ohne Steve Jobs vorzustellen, hat die Zeit zwischen 1985 und 1997 gezeigt. Nach internen Machtkämpfen hatte Jobs Apple 1985 verlassen. Zwölf Jahre später musste er einen abgewirtschafteten und ideenlosen Konzern vom Boden auflesen, ihm neues Leben einhauchen.
Seitdem ist Apples Erfolg eng mit seiner Person verknüpft. Er forcierte die Wende weg vom reinen Computerbauer hin zum Elektronikkonzern. Längst ist der iPod der meistverkaufte MP3-Player. 2008 schaffte Apple mit dem iPhone 3G den Sprung zum drittgrößten Handyhersteller der Welt. Mit Verkaufszahlen alleine lässt sich der Erfolg von Jobs freilich schwer messen. Apples Produkte leben von der Aura des kreativ Elitären, die nicht zuletzt er ihnen verleiht. Die Preise sind entsprechend hoch, die Kassandrarufe über sinkenden Absatz für 2009 bleiben nicht aus. Schon 2008 sackte die Aktie um 55 Prozent ab. Selbst wenn Jobs der Firma erhalten bleibt: Von der Hoffnung, dass er diese Sorgen bald zerstreuen wird, muss sich Apple wohl verabschieden. mac
J wie Steve Jobs: Der leise Abgesang auf Apples iKone
(Die Presse)
Er hauchte Apple neues Leben ein. Nun zittern Investoren und der Konzern selbst um ihre Leitfigur.
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