Großen Bedarf an Bewerbern in den Bereichen Rechnungswesen und Controlling ortet der neue Geschäftsführer des Österreichischen Controller- Instituts (ÖCI), Christian Kreuzer. Neben einer hohen – teilweise durch die Krise bedingten – Nachfrage liege dies auch daran, dass das Rechnungswesen mit seinen Bereichen Controlling, Buchhaltung sowie am Kapitalmarkt orientierten Tätigkeiten wie Risk-Management eine breite Palette an Tätigkeiten anbiete und darüber hinaus über Branchen hinweg einsetzbar sei. In der Krise sei die Controlling-Expertise sogar noch stärker als zuvor gefragt, so Kreuzer: „Die Controller übernehmen Management-Aufgaben und agieren als Partner der Geschäftsführung bis hinauf in die höchsten Management- Etagen.“ Als Beispiel für seine These nennt Kreuzer die stark gestiegene Bedeutung der Finanzvorstände (CFO – Chief Financial Officer) in der letzten Zeit. „Die große Bedeutung des CFO für das Unternehmen ist derzeit eines der Hauptthemen in der Diskussion“, so der Experte: „Auch wenn der Finanzvorstand schon immer eine elementare Funktion hatte, tritt sie nun noch ein Stück mehr in den Vordergrund.“
Hohes Anforderungsprofil
Der Umgang mit Komplexität, gutes Auftreten sowie starke kommunikative Eigenschaften seien notwendige Anforderungen an einen Controller. „Darüber hinaus muss er Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können“, so Kreuzer: „Und dieses gegenüber verschiedenen Personen auch klar darstellen können.“ Die Anforderungen an das Rechnungswesen seien ob der Krise und des immer komplexeren Wirtschaftslebens gestiegen. „Die Themenbereiche haben sich erweitert. Daher sehe ich eine stabile Nachfrage nach Controllern auch für die Zeit nach der Krise“, ist der Manager überzeugt. Der großen Nachfrage trägt das ÖCI auch mit seinem neuen Jahresprogramm (siehe Info-Kasten) Rechnung, welches diese Woche erschienen ist. „Dieses trägt einer Reihe von Entwicklungen in der Branche Rechnung“, sagt Kreuzer: „Wir wollen unseren Teilnehmern das Rüstzeug dazu geben, in mittleren und großen Unternehmen Karriere machen zu können.“ Controller seien schon jetzt oft in die Unternehmensleitung miteinbezogen. Die Nachfrage nach den Aus- und Weiterbildungsangeboten – inklusive Inhouse-Trainings – sei auch in der Krise konstant. Aktuell könne das Institut jährlich rund 5000 Teilnehmer verzeichnen. Ausbildungsschwerpunkte für das Jahr 2010 liegen unter anderem im Risiko-Management sowie im M&ABereich.
Neue Aufgaben
Christian Kreuzer zeichnet seit September gemeinsam mit Rita Niedermayr- Kruse für die Geschäftsführung des ÖCI verantwortlich. Der Controlling- Experte war zuvor als FH-Professor tätig und folgt in der neuen Funktion Bernd Kadic nach, welcher viele Jahre das Institut entscheidend mitgeprägt hat und sich nun neuen beruflichen Herausforderungen stellt. Als Hauptpunkte seiner Arbeit nennt Kreuzer die Fokussierung auf den Kernbereich der umfassenden Controlling-Ausbildung einerseits sowie eine Stärkung des Selbstverständnisses des Controllers als „Financial Leader“ andererseits. Dazu wolle er das Institut auch stärker international ausbauen, erklärt der Manager: „Wir wollen ein ernst zu nehmender europäischer Player werden.“

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