Anlässlich des internationalen Frauentages mehren sich Veranstaltungen mit Blick auf die berühmte gläserne Decke. Wird Frauenförderung in Krisenzeiten wieder zum Thema zweiter Klasse? „Es ist eine Tatsache, dass Gelder derzeit eher in Banken, die Automobilindustrie oder sonstige männerlastige Branchen fließen. Die Gefahr, dass gendersensible Themen dabei auf der Strecke bleiben, ist groß“, gibt Manuela Vollmann, Geschäftsführerin der Non-Profit-Frauenorganisation abz*austria, zu bedenken. Sie plädiert für „ein echtes Frauenkonjunkturpaket“, das Themen wie gleichstellungsorientierte Bildung, Vollzeitarbeit für Frauen und Vereinbarkeitsmaßnahmen etwa durch flächendeckende Kinderbetreuung in den Fokus rückt. Nur so könne auch das aktuell lodernde Thema der Einkommensschere bewältigt werden.
Quasi antizyklisch agiert Angelika Kresch, Geschäftsführerin der Remus-Gruppe, die als Autozulieferbetrieb freilich von Umsatzrückgängen betroffen ist: „Frauenfragen haben mit der Krise nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Man sollte die Zeit jetzt nutzen, um entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen umzusetzen. Die Krise geht vorbei, dann brauchen wir gut ausgebildete Leute.“ Auch an der Bankenfront ist von Einsparungen nichts zu hören. Barbara Fischer vom Personalmanagement der Erste Bank: „Laufende Programme kann man nicht einfach streichen.“ Egal, ob es sich nun um die Vertrauensarbeitszeit, diverse Teilzeitmodelle, Telearbeit oder ein kostenloses Mitarbeiterservice etwa für Fragen der Kinderbetreuung handle.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2009)

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