„Ich bin 17, gehe in die Schule, Isabella Mitterlehner, Recruiterin Uni Graz. „Die Studenten können ihr Berufsfeld dann besser einschätzen, bauen sich bereits ein entsprechendes Netzwerk auf und steigern außerdem ihren Marktwert.“
Oft scheint es leider, als müsse man sich entscheiden: Für einen Job, mit dem man Geld verdient, oder einen, in dem man berufsspezifische Erfahrung sammelt. „Grundsätzlich gibt es viel mehr unbezahlte Praktika“, meint Mitterlehner, „da sollte man unbedingt darauf achten, zumindest viel dazuzulernen. Äußern Sie aktiv, dass Sie bei Meetings dabeisein wollen!“ Glücklich, wer eine Kombination aus beiden Benefits erwischt.
Richtig profitieren
Techniker haben hier in der Regel die besten Karten. 1200 Dollar pro Monat bezahlte Martin Winkelbauer die US-amerikanische Softwarefirma, bei der er ein halbes Jahr als Praktikant gearbeitet hat. Kurz zuvor hatte er sein Informatikstudium abgeschlossen.
„Ich wollte unbedingt ins Ausland, habe über die IAESTE recherchiert und mich für den Platz bei Menlo Innovations entschieden. Dort habe ich etwa Software für die medizinische Forschung mitentwickelt und Programme fürs iPhone geschrieben, war also keinesfalls zum Kaffeekochen da.“ Derzeit ist der 30-Jährige mitten in einem Bewerbungsverfahren für eine Fixanstellung in einem internationalen Unternehmen.
„Da ist es sehr hilfreich, die Erfahrung aus den Staaten mitzubringen.“ Mit seiner Wahl des Jobs liegt Martin Winkelbauer voll im Trend: Praktika im Ausland und Beschäftigungen, die über drei Monate hinausgehen, sind derzeit stark im Kommen.
Und immer öfter setzen Unternehmen Studenten als vollwertige Kraft ein. Bei Nestlé bekommen beispielsweise selbst die Schüler schon eigene kleine Projekte zugeteilt. Praktikanten für die Laborarbeit werden meist aus einschlägigen Studienrichtungen wie Chemie oder Ernährungswissenschaften verpflichtet. Entlohnt wird je nach Ausbildungsstand. Bei der Telekom Austria arbeiten Praktikanten vor allem im Kundenservice.
Wie viele Praktikanten eingesetzt werden, entscheiden fast alle Unternehmen von Saison zu Saison neu – je nach Bedarf. Bewerben sollte man sich dennoch frühzeitig. Mitterlehner: „Im September kann man sich schon mal informieren und orten, in welche Richtung es gehen soll. Dann ruhig schon Fristen anfragen und Unterlagen schicken.“ Jenen, die hin- und hergerissen sind zwischen höchstmöglichem finanziellen und branchenspezifischen Nutzen, rät die Karriereexpertin: „Dass man zum Geldverdienen gekellnert hat, wird oft von Firmenchefs als großer Einsatz honoriert. Aber versuchen Sie, zumindest ein Monat pro Jahr Erfahrung für Ihren angestrebten späteren Job zu sammeln.“

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