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Gehälter im Banking: „Konservative Hackordnung“

05.09.2008 | 18:47 |  MONIKA KRIWAN (Die Presse)

Studien belegen eine hohe Gehaltsdynamik.

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Wer überdurchschnittlich verdienen möchte, sollte eine Spitzenposition in einer Bank anstreben, wenn man der Wdf-Gehaltsstudie (Wirtschaftsforum der Führungskräfte) glaubt, die auf Selbstauskünften von knapp 700 Managern – jeder achte davon aus dem Finanzsektor – beruht. Demnach gehören Bank-Führungskräfte nach wie vor zu den bestbezahlten Managern des Landes. „Im Schnitt beträgt das Jahresbruttoeinkommen eines Top-Bankers 211.640 Euro inklusive aller Nebenleistungen, der Schnitt aller Branchen liegt rund 30.000 Euro darunter. Bankmanager verdienen sehr gut, allerdings ist eine hohe Leistungskomponente daran geknüpft“, sagt Roland Graf, Generalsekretär des WdF. „Die Formel lautet: Ein Drittel hat ein Drittel variabel.“ Dies sei im Dienstleistungssektor absolut führend.

Weibliche Führungskräfte spielen mit nur 4 Prozent dabei allerdings kaum eine Rolle, auch das Alter – 64 Prozent der Spitzenkräfte sind über 50 Jahre alt – und ein überproportional hoher Akademikeranteil (66 Prozent) zeigt eine – so Graf – „eher konservative Hackordnung in den Bankvorständen“.

 

Hohe Gehaltszufriedenheit an der Spitze

Selbst die zweite Führungsebene liegt mit einem Jahresbrutto von 123.030 Euro über dem Schnitt aller Branchen. Zudem zeige die lange Firmenzugehörigkeit eine hohe Gehaltszufriedenheit im Topmanagement. Etwas anders verhält es sich bei den Einstiegsgehältern. „Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass es hier keine großen Unterschiede zu anderen Branchen gibt, wobei es ein deutliches Stadt-Land-Gefälle gibt“, so Alexander Preyer, Partner der Consent Personal- und Managementberatung. Bei Uni-Absolventen liege der Median bei 2500 Euro brutto im Monat.

Aber auch die Consent-Gehaltstudie, die eine Übersicht der branchenüblichen Bezüge gibt, attestiert den Banken eine hohe Gehaltsdynamik, die sonst nur in den Bereichen Chemie/Kunststoff, Pharma oder EDV/IT zu finden sei. Preyer: „Grundsätzlich sind Bankengehälter starr geregelt – aber bei Vertriebs- und Spezialistenpositionen sorgen die variablen Gehaltsbestandteile plus sonstige Bonifikationen und Sonderzahlungen für eine starke Dynamik.“

Vor allem im Vertrieb sei die Gehaltsentwicklung oft enorm. Gute Kundenbetreuer erreichen auch ohne Studium und mit geringer Berufserfahrung oft exorbitante Gehälter. „Das ist ein Problem für die Arbeitgeber, weil es die Wechselbereitschaft erhöht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2008)

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