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Rechtsanwalts-Anwärter: Karrierechancen als Konzipient

26.09.2008 | 16:27 |  NIKOLAUS KOLLER (Die Presse)

Wie das Berufsleben der jungen Jus-Absolventen in den Sozietäten aussieht.

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Das Image vor allem der großen Wirtschaftskanzleien ist meist nicht gut. Was erwartet Berufseinsteiger wirklich und welche Anforderungen werden von den Sozietäten gestellt?

1. Welche fachlichen Fähigkeiten muss ich mitbringen?

Die Kandidaten müssen eine möglichst breite und generelle Ausbildung mitbringen, sagt Martin Eckel, Recruiting Partner bei Enwc Rechtsanwälte: „Eine Spezialisierung bereits bei Studienabschluss ist nicht erforderlich.“ Immer wichtiger wird allerdings auch wirtschaftliches Wissen. „Sehr gute Englischkenntnisse sind ebenfalls notwendig“, ergänzt Andreas Hable, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte.

2. Über welche Soft Skills sollte ich verfügen?

„Stressresistent müssen die Kandidaten jedenfalls sein“, sagt Günther Hanslik, Partner bei CMS Reich-Rohrwig Heinz. Ein Rechtsanwalt sollte Einsatzbereitschaft, Organisationstalent sowie Teamfähigkeit mitbringen. „Auch Serviceorientierung ist absolut notwendig“, erklärt Helen Pelzmann, für HR zuständige Partnerin bei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte: „Offenheit für Neues und Charisma sind ebenfalls von Vorteil.“

3. Verbessern ein LL.M. oder ein Doktorat meine Karrierechancen?

„Mit Sicherheit“, meint Hanslik: „Beim LL.M. hängt die Reputation stark vom Anbieter ab, beim Doktorat ist vor allem das Thema der Arbeit für die weitere Karriere ausschlaggebend.“ „Manchmal ist es aber auch besser, erste Praxiserfahrungen zu sammeln, als zahlreiche Titel anzuhäufen“, ergänzt Stephan Polster, Recruitment-Partner bei Dorda Brugger Jordis.

4.Welches Arbeitsumfeld erwartet mich in den Kanzleien?

Der Arbeitsalltag ist sehr dynamisch. „Die Anwälte spüren internationale Entwicklungen sowie Veränderungen am Heimmarkt meist sehr schnell“, sagt Alexandra Schlömmer, HR-Chefin von Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati. Das Arbeitsumfeld beschreibt Ralf Peschek, Partner bei Wolf Theiss Rechtsanwälte, als „sehr anregende Gemeinschaft von dynamischen und intelligenten Menschen“.

5. Kanzleien verlangen viel Einsatz. Wie viel muss ich arbeiten?

„Ehrlich gesagt, viel“, gibt Peschek unumwunden zu: „Aber die Lernkurve ist im Vergleich zu anderen juristischen Berufen gewaltig. Letztlich muss man bei allen interessanten Berufen viel Leistung erbringen.“

6. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten?

Die Palette ist bei allen befragten Kanzleien sehr breit: „Neben fachlichen Pflichtkursen bieten wir auch lokale und internationale Trainings an“, sagt Ivo Deskovics, Regional Managing Partner von DLA Piper Weiss-Tessbach. Dazu kommen noch Sprachkurse sowie Soft-Skills-Seminare. „Wir bieten außerdem mehrmonatige Sabbaticals zur Vorbereitung auf die Anwaltsprüfung“, ergänzt Schlömmer.

7. Mit welchen Karriereperspektiven kann ich rechnen?

„Ziel jedes motivierten Juristen sollte die Partnerschaft sein“, sagt Hable. „Wirtschaftsjuristen haben hervorragende Karrierechancen“, meint Polster: „Rechtsanwaltsanwärter genießen eine Topausbildung, die auch am internationalen Markt gefragt ist.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2008)

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