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Das Ende der Überhitzung

06.03.2009 | 18:38 |  NIKOLAUS KOLLER (Die Presse)

Vergütung in Kanzleien. Die Krise wirkt sich negativ auf die Saläre aus.

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Die aktuelle wirtschaftliche Situation schlägt sich auf die Gehälter in den Kanzleien nieder. „Vor dem Abschwung war der Markt schon sehr stark überhitzt“, sagt Alexander Preyer: „Nun hat sich die Lage wieder abgekühlt und die Saläre sind wieder gesunken.“

Konkret spricht der Partner und Gehaltsexperte bei der Consent Personal- und Managementberatung die Einkommen von Konzipienten und selbstständigen Advokaten an. Rechtsanwaltsanwärter verdienen aktuell zwischen 1700 und 3000 Euro beim Berufseinstieg. „Das ist meist weniger als vor der Krise.“ Einen Unterschied sieht Preyer auch zwischen Groß- und Kleinkanzleien. Aufgrund der Volumen der Deals könnten Konzipienten bei Wirtschaftssozietäten, die als große Partnerschaften organisiert sind, besser verdienen.

 

Größere Strukturen im Vorteil

Negative Auswirkungen gibt es auch für Partner: „Größere Strukturen sind in Krisenzeiten meist stabiler, weil sie Einbrüche leichter intern ausgleichen können“, sagt Preyer. Das wirke sich auf die Saläre aus. „Gesellschafter in kleineren Strukturen spüren die Krise meist stärker.“ Das hat vor allem mit der Vergütungsstruktur und den Fixkosten der Kanzlei zu tun: Partner erwirtschaften ihre Umsätze selbst und führen – je nach interner Regelung – Kostenbeiträge für Aufwendungen wie Miete oder Büroausstattung an die Kanzlei ab. Finanzielle „Gutpunkte“ erhalten auch Rechtsanwälte, die Funktionen für die gesamte Organisation – wie beispielsweise der HR- oder Managing-Partner – übernehmen. In schwierigen Zeiten gehen die Umsätze zurück, die Fixkosten bleiben allerdings bestehen. Bei angestellten Anwälten habe sich hingegen nur wenig verändert, erklärt Preyer. Diese kommen auf 6500 bis 8700 Euro brutto pro Monat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2009)

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