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Unternehmenskauf: Potenziale durchleuchten

31.07.2009 | 16:21 |   (Die Presse)

Damit Fusionen zu Erfolgsgeschichten werden, darf nicht auf die Mitarbeiter vergessen werden. Diese können sich Karrierechancen erwarten.

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Gerade wirtschaftlich herausfordernde Zeiten bieten ob der geringen „Preise“ für Betriebe große Chancen für Akquisitionen und Fusionen von Unternehmen, darüber sind sich die Experten Manuel Ster und Petra Schulte, beide Geschäftsführer der USPD Schulte & Ster Consulting GmbH, sowie Elisabeth Leyser, geschäftsführende Gesellschafterin von Hill International, einig. „Es ist auch jetzt genug Geld am Markt. Was fehlt, ist Orientierung“, erklärt Ster, der beklagt, dass bislang bei der Prüfung des Übernahmekandidatens zwar immer die Unternehmenszahlen, aber nur in wenigen Fällen die Potenziale der Mitarbeiter vom Käufer unter die Lupe genommen werden. Ein Fehler, wie die Experten meinen: „Viele Übernahmen haben sich gerade aus diesem Grund nicht gerechnet.“ Die Folgen dieser falschen Entwicklung werden gerade jetzt in der Krise sichtbar, wirft Leyser ein: „Nun werden die Managementfehler der Vergangenheit evident.“ Daher wäre nun ein neuer Schlag von Managern bei Übernahmeprojekten gefragt sein, ergänzt Schulte: „Diese müssen einen neuen Ansatz wählen und bewusst ihren Daumenabdruck bei der Übernahme hinterlassen.“ Um die Personalperspektive in den Übernahmeprozess einzubinden, findet idealerweise parallel zur finanziellen und rechtlichen Überprüfung des Unternehmens – in der Fachsprache Due Diligence genannt – ein HRAudit statt.

„Management ist Teil des Kaufs“

In diesem wird der gesamte Personalbereich auf Herz und Nieren geprüft. Der Ablauf interner Prozesse, die Organisationskultur sowie die Werthaltungen im Betrieb werden bei diesem HRAudit mit den Zielen des Käufers verglichen. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung lassen sich für die Leistungsträger des zu übernehmenden Unternehmens klar identifizieren und mögliche Spannungsfelder in der Belegschaft erkennen. „Die Übernahme des Managements ist auch ein Teil des Kaufs“, erklärt Schulte. Je stärker der Betrieb auf dem Know-how der Mitarbeiter aufbaue, desto wichtiger werde dieser Aspekt, ergänzt Ster: „Erfolgsentscheidend ist der gesamtheitliche Blick auf die Bewertung.“ Im Laufe der Integration empfehlen die Experten darüber hinaus noch Coaching sowie Mediationsverfahren. Auch wenn bei vielen Übernahmen Mitarbeiter freigesetzt werden, bringe ein HR-Audit auch ihnen Vorteile. „Sie profitieren klar von weniger Turbolenzen und Fehlern im Unternehmen. Die große Bandbreite an Kommunikationsmaßnahmen sorgt darüber hinaus für mehr Klarheit über die aktuelle Situa tion in der Belegschaft und somit zu mehr Orientierung und Selbstwertgefühl bei jedem Einzelnen“, betont die HR-Expertin Leyser.

Karrierechance für Mitarbeiter

Ein genauer Blick auf die Personalsituation des Unternehmens eröffne auch Karrierechancen für die Mitarbeiter des Übernahmekandidaten, erklären alle drei Experten unisono. „Mittels Potenzialanalysen sollten diese Schlüsselkräfte identifiziert und für sie neue Aufgabenfelder gefunden werden“, erklärt Leyser. Diese könnten sich daher durchaus Karrierechancen ausrechnen: Gerade Key Player und Wissensträger werden in der Integrationsphase nach der Akquisition so dringend benötigt wie ein Bissen Brot. „Die Organisation muss während dieser Zeit weiter funktionieren und sollte sich auch nach der Übernahme weiterhin positiv entwickeln. Dafür sind die richtigen Mitarbeiter notwendig – das sollte auch den Führungskräften klar sein“, so Ster.

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1 Kommentare
Gast: markus trullus
10.09.2009 14:17
0 0

trendy

Das ist, leider, die "aufgewärmte Sosse" von vorgestern. So läuft's nicht, liebe Leute. In der Tat ist nur das akzeptiert, was mal schnell Cash bringt: Hire and Fire. Und Fachleute, mein Gott, so "trendy" sind unsere Aufgaben ja auch wieder nicht, dass das nicht ein XYZ auch machen könnte. Und wenn's mal nicht klappt, die Inder stehen in den Startlöchern. (wer aufmerksam mitliest: das war zynisch gemeint!)


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