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Innovationskonferenz: Gedankenaustausch mit Bill Gates

13.08.2009 | 21:09 |  von Andreas Salcher (Die Presse)

TED oder Warum all Probleme der Welt lösbar sind.

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TED steht für Technologie, Entertainment und Design und ist derzeit wahrscheinlich die innovativste Konferenz der Welt, vor allem, was die virtuelle Breitenwirkung betrifft. Dafür sorgt die TED-Website www.ted.org mit bisher 145 Millionen Besuchern, die alle TED-Talks einem globalen Publikum zugänglich macht. Das nutzte auch der britische Premierminister Gordon Brown, der als unangekündigter Redner auf der TEDKonferenz in Oxford Ende Juli ein leidenschaftliches Plädoyer für die globale Verantwortung des Westens hielt. TED gewährt einem wohl selektierten Publikum, in dem weder Bill Gates noch die Google-Gründer noch Hollywoodstars wie Cameron Diaz fehlen, einen Blick durch ein Schlüsselloch in die Zukunft unserer Welt.

So konnte man den nahe Oxford gelegenen zweitwichtigsten Kernfusionsreaktor nach Cern von innen sehen und von den Experten lernen, dass es noch mindestens 30 Jahre bis zum ersten Kernfusionskraftwerk dauern wird. Energie, Klimawandel und das Leid der Dritten Welt waren die wichtigsten Themen. Doch was TED so angenehm von den vielen Weltuntergangskonjunkturrittern unterscheidet, ist der unerschütterliche Glaube an den Unternehmensgeist und die Kreativität des Menschen.

Städte der Zukunft

So präsentierte der Erfinder Michael Pritchard eine Wasserflasche, die mittels Nanotechnik auch schwer verseuchtes Wasser innerhalb von einer Minute trinkbar macht.

Da sich mit einer Flasche 6000 Liter Trinkwasser gewinnen lassen, könnte man in Zukunft auf den logistisch aufwendigen Transport von Millionen von Plastikflaschen in Krisengebiete verzichten. Der Ökonom Paul Romer zeigte am Beispiel von Nord- und Südkorea, was falsche Regeln innerhalb von 50 Jahren unter gleichen Startbedingungen anrichten können. Städte haben für ihn gerade die richtige Größe, um neue Regeln auszuprobieren. Und so zeigten Architekten, wie die Städte der Zukunft aussehen werden, mehr wie Dörfer – weniger wie New York und Shanghai. Viel Aufmerksamkeit erzielte der Bestsellerautor Dan Pink, der mit harten Fakten bewies, dass monetäre Anreizsysteme nur bei ganz einfachen Tätigkeiten funktionieren. Sonst führen sie unweigerlich zu schlechteren Leistungen – je höher die Anreize, umso schlechter werden die Ergebnisse bei komplexen Aufgaben. Exzellente Leistungen lassen sich nur durch Selbstbestimmung erreichen. Eine entscheidende Erkenntnis der Motivationstheorie, die seit 40 Jahren in der Wirtschaft hartnäckig ignoriert wird. Ein Sorge vereinte alle Redner während der viertägigen TEDKonferenz: der Klimawandel. Sie wurde nur von den Beschwerden vieler amerikanischer Teilnehmer über die fehlende Klimaanlage im traditionsreichen Oxford Playhouse übertroffen. Daher ein „Executive Summary“ des gelernten Österreichers: Die Lage der Welt ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

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