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Gehaltsverhandlungen: Nulllohnrunden oder Inflationsausgleich

02.10.2009 | 15:05 |   (Die Presse)

Die jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen stehen vor der Türe: Für individuelle Gehaltssteigerungen sehen Vergütungsexperten momentan kaum Spielraum. Das bestätigt auch der internationale Trend.

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In den nächsten Wochen werden die Vertreter von Arbeitgebern und -nehmern zusammentreffen, um die Kollektivvertragserhöhungen für das nächste Jahr zu beschließen. Im Anschluss an diese branchenspezifischen Verhandlungen werden in vielen Betrieben noch persönliche Gehaltsgespräche stattfinden. Für diese stehen die Auspizien aber nicht günstig. „Bei den meisten Unternehmen wird es wahrscheinlich zu Nulllohnrunden kommen“, erklärt Conrad Pramböck, Head of Compensation Consulting bei Neumann International. Kaum Chancen für Gehaltssteigerungen sieht auch Alexander Preyer, Vergütungsexperte bei Consent. Zwar gehe es einigen Branchen – konkret nennt der Experte von der Consent Personalberatung Energie und Pharma – nicht viel schlechter, aber insgesamt gebe es in den Unternehmen nur wenig Spielraum für Erhöhungen. „Auf breiter Ebene können Mitarbeiter wahrscheinlich nur mit einem Inflationsausgleich oder einer kollektivvertraglichen Steigerung rechnen“, sagt Julian Mauhart, Leiter des Bereichs Compensation bei Deloitte Human Capital. Auf größere Sprünge könnten, so Mauhart, nur einige wenige Top-Performer hoffen. Reduktionen bei Managern Ganz anders sah die Situation noch vor einigen Jahren aus: „Bis zu zehn Prozent konnten Top-Performer pro Jahr an Steigerungen herausverhandeln“, erklärt Pramböck. Im Durchschnitt der letzten Jahre waren etwa fünf Prozent für Führungskräfte sowie zwischen drei bis vier Prozent für Mitarbeiter an Steigerungen üblich, so der Tenor der Vergütungsfachleute. „Nun wird auch bei Fringe Benefits stark auf die Kostenbremse gestiegen“, erklärt Pramböck. Auch Mauhart sieht „keinen Spielraum für Goodies“. Auf Managerebene könne es aufgrund des Ausfalls von variablen Elementen zu Gehaltsreduktionen kommen, ergänzt Preyer. Alle Experten raten den Mitarbeitern aber, über – finanzielle – Perspektiven für die Zeit nach der Krise zu sprechen (siehe auch rechts stehenden Beitrag). Internationale Entwicklung Auch international werden nur „moderate Gehaltssteigerungen bis hin zu Verschiebungen und Einfrierungen“ erwartet, wie aus einer aktuellen Prognose des Beratungsunternehmens Kienbaum hervorgeht. So wird beispielsweise für das Jahr 2009/10 in Belgien von einer durchschnittlichen Steigerung der Saläre von 1,8 Prozent ausgegangen. Real werden bei einer erwarteten Inflationsrate im nächsten Jahr von 1,2 Prozent davon nur 0,6 Prozent überbleiben. Generell liegen – mit einigen Ausnahmen wie Norwegen oder Schweden – die Gehaltsprognosen im europäischen Vergleich meist nur leicht über der geschätzten Inflationsrate. „Die Wirtschaftskrise zeigt natürlich auch international ihre Auswirkungen“, erklärt Maria Smid, Leiterin des Bereiches Compensation & Benefits im Wiener Kienbaum-Büro. NIK

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