24.05.2012 14:47 | Meine Presse Merkliste 0

Frauen für Aufstieg fit machen

30.10.2009 | 16:13 |  VON MONIKA KRIWAN (Die Presse)

Geschlechtergleichstellung als Wachstumsmotor? Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Gespräch mit der "Presse" über brachliegende Chancen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Presse: „Geht es den Frauen gut, geht es der Wirtschaft gut“, so ein Zitat von Ihnen. Inwieweit ist Gleich- stellung ein wirtschaftlicher Erfolgs- faktor?

Gabriele Heinisch-Hosek: Laut einer Studie, die gerade bei einer EU-Konferenz in Stockholm vorgestellt wurde, könnte die Beseitigung von geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Beschäftigung eine BIP-Steigerung von 15 bis 45 Prozent bringen – für Österreich liegen Schätzungen bei 32 Prozent, übersetzt hieße das: Aus drei Prozent Wirtschaftswachstum werden vier.

Wie gut geht es Frauen angesichts der Wirtschaftskrise?

Die Krise kommt für Frauen auf leisen Sohlen, aber sie kommt. Erst waren die Industriearbeitsplätze und somit hauptsächlich Männer betroffen, nun zieht der Dienstleistungssektor nach. Wenn aufgrund steigender Arbeitslosigkeit die Nachfrage sinkt, wackeln weibliche Arbeitsplätze vor allem im Handel.

 Und Frauen in den Führungsetagen?

Laut einer AK-Studie werden ja nur 4,6 Prozent der Topjobs in Österreich von Managerinnen bekleidet? Für mich die einzige Antwort: 40 Prozent Frauenquote in Aufsichtsräten nach dem norwegischen Vorbild. Gleichzeitig Empowerment, um Frauen für höhere Weihen fit zu machen. Ich selbst bin eine Quotenfrau und deswegen ja auch nicht weniger qualifiziert.

Das neue einkommensabhängige Kindergeld, nämlich 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, soll mehr Väter in die (Kinderbetreuungs-) Pflicht nehmen. Wird es greifen?

Der neue Anreiz ist ein Geldanreiz und durchbricht die Mauer an Ausreden, die vor allem höhere Einkommensbezieher hatten. Parallel dazu ist es aber erforderlich, dass sich Unternehmenskulturen zugunsten karenzierter Väter verändern. Ich bin zuversichtlich, dass bald jeder fünfte Mann dieses Angebot nicht abschlagen kann.

Ein Paukenschlag war der „Equal Pay Day“. Wie viel Aktionismus braucht Frauenpolitik?

Komplexe Themen sollte man so vermitteln, dass sie verstanden werden. Es hat jedenfalls Betroffenheit ausgelöst, denn es ist nicht einzusehen, dass sich Österreich in puncto Gehaltsschere europaweit an vorletzter Stelle befindet.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen


Eurozone rüstet sich für Ausstieg der Griechen

Eurogruppenchef Juncker bestätigt die Prüfung eines Griechen-Ausstiegs aus der Eurozone. Im Hintergrund wird offenbar schon an Notfallplänen gebastelt.



Kärntner Hypo-Prozess: Haftstrafen für alle Angeklagten

Die Ex-Vorstände Kulterer und Striedinger werden zu drei und vier Jahren unbedingter Haft wegen Untreue verurteilt.



Hannes Aigelsreiter ist neuer ORF-Radio-Chefredakteur

Der bisherige Radio-Innenpolitikchef übernimmt die Chefredaktion mit 1. Juni. Der 48-Jährige galt als Favorit auf den ausgeschriebenen Posten.



Küssel-Prozess: Verteidiger referiert über Hitler

Am dritten Verhandlungstag spielt sich der Anwalt eines Mitangeklagten in den Mittelpunkt. Ein beisitzender Richter: "Das wird langsam ein Kasperltheater".



Galaxy S3: Samsung Österreich rechnet mit Lieferengpass

Ende Mai startet der Verkauf des neuen Flaggschiff-Smartphones. Es gibt bereits mehr Vorbestellungen, als die Fabrik monatlich produzieren kann.



Küsse und Häuser am See: Schnell ermittelt wieder

Andreas Lust möchte eine Beziehung und Ursula Strauss ist sich nicht sicher. Wolf Bachofner könnte immer Inspektor bleiben.