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Dörfer, Städte, Regionen: Wenn aus Orten Marken werden

22.01.2010 | 15:51 |   (Die Presse)

Wie man Plätze konkurrenzfähig macht, lernen zukünftige Stadt- und Regionalmanager.

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Ein Einkaufszentrum, ein Stadtteil, eine Straße, ein Tal. Jeder Ort kann eine Marke werden. Und viele Experten meinen, das sollten sie auch. Denn die Konkurrenz ist groß: Im Standortwettbewerb rangeln Länder, Städte und Regionen mit Förderungen, Kooperationen und zielsicherem Marketing um Unternehmen und Investoren. Wo Immobilien, Städte und ihre Wirtschaftskraft wachsen sollen, ist professionelles Management gefragt.

Die Anforderungen sind zahlreich, die Ausbildungsmöglichkeiten dagegen rar. Im letzten Jahr startete zum ersten Mal der Hochschullehrgang „Standort- und Regionalmanagement“, als zurzeit einziges Angebot in Österreich. Die FH Vorarlberg bietet ihn an ihrem Weiterbildungszentrum Schloss Hofen in Kooperation mit der Hochschule Liechtenstein, der FH Kempten sowie der Universität Koblenz an. Drei Semester beschäftigen sich die Teilnehmer berufsbegleitend „mit der ganzheitlichen Sicht des Standortmanagements“, erklärt Studiengangsleiter Gerald Mathis. Ein viertes Semester führt optional zum Master. Dabei gehe es – vor dem volkswirtschaftlichen Hintergrund – auch um gesellschaftliche, also „weiche Standortfaktoren“. „Masterpläne müssen im Standortmanagement endlich die Anlasspolitik ersetzen“, sagt Mathis.

 

Manager als Mediatoren

„Die Teilnehmer sollen lernen, wie man gezielt Prozesse auslöst“, so Mathis, „und wie man alle Maßnahmen setzt, um die Attraktivität von Standorten zu erhöhen.“ Aber auch, wie man vermittelt, zwischen Gruppen, die geografisch und mit ihren Interessen an bestimmten Orten aufeinanderprallen. „Deshalb sind etwa auch Moderation und Mediation wichtige Punkte im Curriculum“, erklärt Mathis.

Jenseits des Ausbildungsstandorts Österreich haben Interessierten zusätzliche Optionen: etwa in Ingolstadt. Vier Semester pendeln die Teilnehmer nach Bayern, um danach mit neuem Know-how nach Hause zu fahren, vor allem auch im City-Marketing. Schon seit 1997 bietet das Institut für City- und Regionalmanagement der FH Ingolstadt den Studiengang „City und Regionalmanagement“ an. Auch an der Universität Basel kann man sich dem Thema „Stadt- und Regionalmanagement“ mit einem „University Professional“ Studiengang nähern. Das Studium umfasst zwölf geblockte Lehrmodule, die innerhalb von zwei Semestern zu absolvieren sind. www.standortmanagement.eu
www.icr-studium.de
www.stadtundregionalmanagement.ch

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2010)

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