Meine Vision ist, Bestehendes mit Neuem zu verknüpfen, etwas Spannendes mit Bestand zu schaffen, Bauwerken meinen persönlichen Qualitätsstempel aufzudrücken“, sinniert der Immobilienentwickler Christian Guzy, der sich vor zwei Jahren mit dem Kauf des Kremser Klosters Und (www.klosterund. at) seinen persönlichen Traum erfüllt hat und somit nicht nur geografisch zu seinen Wurzeln zurückkehrte. Der leidenschaftliche Gourmet – im Kloster befinden sich auch ein Dreihaubenrestaurant und eine Weinhandlung – hat das historische Kleinod mit viel Liebe, Aufwand und bester technischer Ausstattung zur wohl spannendsten Event-Location Niederösterreichs umgebaut.
Das Investitionsvolumen von 4,5 bis fünf Mio. Euro habe ihm keine schlaflosen Nächte bereitet: „Wenn man dort investiert, wo man herkommt, hat man ein Gespür, ob etwas klappt oder nicht. Es war ein kalkulierbares Risiko.“ Als Kobesitzer von zwei Einkaufszentren in Graz und Wels verfügte er freilich über einen beruhigenden finanziellen Background.
Nachhaltiges schaffen Der kurzfristige Erfolg stand für den passionierten Niederösterreicher ohnehin nicht im Vordergrund, dann wäre er „wie andere Entwickler in Karawanen in den CEE-Raum gezogen oder hätte Hochhäuser in Dubai errichtet“. Mit dem kritischen Nachsatz: „Es ist ja das Thema der Krise, dass mit Druck Dinge errichtet werden, für die die Zeit noch nicht reif ist.“ Der Uni-Cluster Krems vor den Toren des Weltkulturerbes Wachau sei hingegen eine Region mit langfristigem Potenzial, weshalb er neben dem „Designkloster“, in dem er eine Reihe von Kulturprojekten plant, auch ein Suitehotel der Luxusklasse errichten will.
Der Absolvent eines Wirtschaftsinformatikstudiums samt Masterausbildung in der Region will seine kleinen, feinen Projekte im Genussbereich aber nicht als Hobby verstanden wissen: „Bei Lebensträumen wie dem Kauf eines Schlosses wird oft der wirtschaftliche Hintergrund übersehen. Ist es nur ein Hobby, wird ein solcher Traum schnell zum Fass ohne Boden.“ Reise zur Perfektion Sein Erfolgsgeheimnis? Neben dem kompromisslosen Bekenntnis zu Qualität sicher auch der unermüdliche persönliche Einsatz: „Bestehende, erst recht denkmalgeschützte Objekte weiterzuentwickeln ist wie eine Reise, von der man nicht weiß, wo sie endet.“
Der Designliebhaber setzt dabei stets auf zeitgemäße Kontraste anstelle von pseudohistorischen Kompromissen: „Daraus entsteht Spannung, aber am Ende muss es passen, wenn nämlich die Kontraste für Harmonie sorgen.“ Sein Veranstaltungszentrum, das in Mauern aus dem frühen 17. Jahrhundert Kunst, Kultur und Kulinarik mit modernster Technik vereint, gilt mittlerweile als das qualitative Aushängeschild der Region – langsam stellt sich auch der wirtschaftliche Erfolg ein. „Seit Ende September springt das Firmengeschäft an. Nach dem Motto: Wir haben überlebt, jetzt wollen wir wieder leben.“ Auch für private Feiern wird das Kloster Und immer öfter gebucht. Schließlich sei man – ob es sich nun um zehn oder 400 Gäste handelt – weitaus günstiger und flexibler
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2010)














