mc future leaders. „Verzeihen Sie die Ringe unter den Augen. Keine Alterserscheinung, sondern die Folgen der letzten Nacht. Ich habe mit meiner Band bis zwei Uhr früh Saxofon gespielt.“ Ein lockeres Bonmot zu Beginn, das dem smarten Norbert Zimmermann, Jahrgang 1947, die ungeteilte Aufmerksamkeit der rund 35 anwesenden Nachwuchsführungskräfte zuteilwerden lässt.
Geladen hat die ThinktankPlattform „management club“. „Bei unserer Gesprächsserie mc future leaders können junge Führungskräfte – die unser Info- und Studienangebot vier Monate lang wie reguläre Mitglieder nutzen können– von etablierten Persönlichkeiten lernen, wie man Wege in der Wirtschaftswelt einschlägt und geht“, erläutert mc-Geschäftsführer Markus Heingärtner. Wege wie jene von Hobbysaxofonist Norbert Zimmermann, der sich in seiner abwechslungsreichen Berufskarriere vor allem als äußerst erfolgreicher Sanierer der Berndorf AG einen Namen gemacht hat.
„Respekt vor jedem“
„Ich habe bereits mit 14 Jahren in einer Textilfabrik begonnen zu arbeiten. Gelernt habe ich dabei vor allem eines: den Respekt vor jedem, der acht oder mehr Stunden seiner Tage harte Arbeit verrichtet – egal, ob als Führungskraft, Stapelfahrer oder Raumpfleger“, betont Zimmermann, der seine beruflichen Credos seit jeher weniger aus Lehrbüchern denn aus eindrücklichen Erfahrungen ableitet. Erfahrungen wie beispielsweise jene aus seiner schwierigen Anfangszeit bei Berndorf, als er sich mit seinem Sanierungsplan (Abbau von 20 Prozent der Belegschaft) den erbosten Widerstand der dazumal mächtigen Gewerkschaft einhandelte. „Weiche niemals einem Konflikt aus, wenn der ungelöste Konflikt dich belastet“, lautet eine der Lehren, die Zimmermann daraus gezogen hat. Die weiteren Erkenntnisse: Neben Talent und Fleiß bedarf es vor allem eines langen Atems, mitunter glücklicher Zufälle und insbesondere eines vertrauensvollen Umfelds mit Freunden und Familie.
Finanzielle Motive waren in Zimmermanns Karriere hingegen wenig ausschlaggebend, vielmehr die Lust am unternehmerischen Handeln und Schaffen: „Ich bin niemals käuflich gewesen. Nicht mal meine Band kann man kaufen. Wir nehmen höchstens Spenden.“ Dass die Jazzkombo „Swinging Leaders“ heißt, passt ins Konzept eines sichtlich beschwingten Mannes, der Unternehmertum, Management und Führung eher mit Freude als mit Macht zu assoziieren scheint. CLE
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2010)













