Roščić, Adorno und das kopierte Ich

Der designierte Staatsoperndirektor hat offenbar nur in der Einleitung seiner Dissertation abgeschrieben, dort aber wortgetreu. Die Uni wird den Fall prüfen.

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Bogdan Roscic soll ab 2020 die Wiener Staatsoper leiten. – (c) imago/Viennareport (imago stock&people)

Selten erregt eine Philosophie-Dissertation aus den Achtzigerjahren fast 30 Jahre später so viel Aufmerksamkeit wie jene von Bogdan Roščić, dem designierten Staatsoperndirektor. Das Interesse an der Arbeit über Theodor Adorno gilt freilich weniger dem Inhalt als der Form: Eine erste Prüfung durch den als „Plagiatsjäger“ bekannten Medienwissenschaftler Stefan Weber hat ergeben, dass Roščić offenbar circa fünf Seiten praktisch wörtlich aus der Dissertation des Deutschen Peter Decker aus dem Jahr 1982 übernommen hat. Und zwar nur in der Einleitung, dort aber konsequent: Decker schrieb in der Ich-Form, Roščić hat auch das kopiert, genauso wie alle acht Zitate auf diesen Seiten.

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