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Seidl: Katholischer Verband klagt auf Schadensersatz

04.09.2012 | 14:22 |   (DiePresse.com)

"Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt", dafür verlangt die ultrakonservative katholische Organisation "NO 194" jetzt 5000 Euro Schadenersatz.

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Die ultrakonservative katholische Organisation "NO 194", die bei der Staatsanwaltschaft in Venedig eine Klage gegen den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl wegen Blasphemie in seinem neuen Film "Paradies: Glaube" eingereicht hat, will als Zivilkläger an einem möglichen Prozess gegen den Filmemacher teilnehmen. Der Vorwurf richtet sich gegen den Filmemacher, die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Filmproduzenten sowie die Leiter des Festivals. Weder das Filmteam noch das Festival wollten die Anzeige am Montag kommentieren.

"Wir wollen Schadenersatz von Seidl und den anderen Angeklagten verlangen", kündigte Rechtsanwalt Pietro Guerini, Präsident der katholischen Organisation, im Gespräch an. "Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt, für die das Kreuz ein Symbol ihrer Religion ist."

Den Schadenersatz will der Rechtsanwalt für Benefizzwecke spenden, oder zur Finanzierung seiner Organisation nutzen, die sich in Italien für die Abschaffung des Gesetzes starkmacht, das seit den 1970er Jahren einen legalen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht. Laut Guerini werde das Gericht in Venedig in etwa drei Monaten entscheiden, ob es zum Prozess gegen Seidl, die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Filmproduzenten, sowie die Leiter des Filmfestivals von Venedig kommt.

5000 Euro Geldstrafe

"Ich hoffe, dass der Richter nicht politisch handelt, sondern das geltende Gesetz anwendet, das die Beleidigung einer Religion durch die Verleumdung ihrer Gläubigen bestraft", meinte Guerini. Für dieses Vergehen ist laut dem italienischen Strafgesetzbuch eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro vorgesehen.

"Uns geht es aber nicht so sehr um die Strafe, sondern um die Verurteilung. Man muss religiöse Symbole respektieren. Das gilt natürlich auch für moslemische, oder jüdische Symbole. Ich bin der Meinung, dass zwei Milliarden Christen nicht mit Obszönitäten beleidigt werden dürfen", so Guerini.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: UKW
04.09.2012 22:04
1 0

Wie die Schafe

Wie bestellt, sorgt die Kirche mit dieser Klage für unfreiwillige Promotion für den Film.


0 1

Re: Wie die Schafe

Also ich würde mir nicht einen Film anschauen in dem jemand masturbiert. Egal ob mit oder ohne Kreuz. Ich muss nicht alles haben.

Antworten Gast: mal sehen
04.09.2012 23:02
2 1

Re: Wie die Schafe

Wer sich aller um den Glauben anderer Leute kümmert! Auch sogenannte Künstler dienen sich zeitgeistig dem Mainstream an, in der Hoffnung, daran zu verdienen. Religionsbashing ist derzeit ein gutes Geschäft. Mal sehen, was die Zensur dazu sagt.

Gast: kein Piusbruder
04.09.2012 18:26
5 0

katholische Fundamentalisten

wehe, wenn sie losgelassen :o(

Antworten Gast: zwickerl
04.09.2012 21:29
0 1

Re: katholische Fundamentalisten

alle Fundamentalisten: wehe wenn sie losgelassen !
Sagen sie das auch gegenüber den Islamisten?

Gast: Analyst
04.09.2012 17:14
6 0

Wie kann man jemanden beleidigen, der ...

... wegen Dummheit etwas Bestimmtes glaubt? Aufklärung tut oder täte not! Und dies gilt nicht nur für Christen bzw. Katholiken, sondern für alle Religiösen, also auch Muslime und Juden. Gerade in modernen Zeiten dürfte die Möglichkeit der Bildung so weit nutzbar sein, dass die Menschheit die unmenschliche Dimension der Relgionen erkennen können muss. Nicht umsonst gibt es dazu nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse sondern sogar Urteile aus Prozessen. Siehe Bochumer §166-Prozess aus 1986(!): Die r.k. Kirche darf demnach eine Verbrecherorganisation genannt werden. Zar hat Religion an sich wenig mit der Organisation zu tun, ist aber deren Grundlage und dadurch in seiner Lehre mitverantwortlich - und wer so verführbar ist, kann nur dumm sein.

Antworten Gast: dynamis
04.09.2012 20:20
0 2

Re: Wie kann man jemanden beleidigen, der ...

These: Nicht die Religionen sind das Problem, sondern der sich homo sapiens nennende Mensch.
Argument: Nicht nur von Religionen geht Gewalt aus, sondern auch von Ideologien. Ja, sogar von deklarierterweise atheistischen, zB vom Kommunismus.
Weiteres Indiz: Sogar in unserer sogenannten aufeklärten, demokratischen, humanistischen Gesellschaft wird menschlichen Embryonen das Menschsein aberkannt und zur Tötung freigegeben.
Conclusio: Kümmern wir uns ums menschliche "ego" und "tu" - und schieben wir die Schuld nicht voreilig auf den religiösen oder ideologischen Glauben. Amen.

Gast: DieFrage
04.09.2012 16:35
6 1

Finanzprobleme?