20.05.2013 23:28 Merkliste 0

Filmschaffende fordern 25 Millionen Euro Förderung

02.10.2012 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Künstler von Ulrich Seidl bis Ursula Strauss verlangen, die Regierung soll "endlich die im Regierungsprogramm festgeschriebene Absicht umsetzen".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Eine Riege prominenter Filmschaffender - von Ulrich Seidl bis Ursula Strauss - hat am Dienstag ihre Forderung nach Einhaltung des Regierungsabkommens für eine Stärkung der Filmwirtschaft erneuert. "Der österreichische Film hat seit über einem Jahrzehnt wieder ein starkes Branding, das international ähnlich wahrgenommen wird wie das unserer Skifahrer", heißt es in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Werner Faymann und Kulturministerin Claudia Schmied (beide SPÖ), der bei einer Pressekonferenz verlesen wurde. Daher fordere man die Regierung auf, "endlich die im Regierungsprogramm festgeschriebene Absicht umzusetzen", den Förderrahmen im Filminstitut auf 20 Millionen Euro aufzustocken sowie fünf Millionen Euro für den Nachwuchs bereitzustellen.

Das Land habe außergewöhnlich viele Filmtalente, sei es in den einschlägigen Fachhochschulen oder auf der Filmakademie. "Karrieren wie die eines Michael Haneke, mit denen man sich national auch gerne schmückt", seien heute jedoch unwahrscheinlich geworden. "Denn um das vorhandene Talent zu fördern und zu entwickeln, braucht es vor allem Kontinuität."

"Nicht auf Seidl oder Haneke ausruhen"

Um die Autoren, Regisseure, Schauspieler und Produzenten regelmäßig beschäftigen zu können, fehlen allerdings die entsprechenden finanziellen Mittel. Das Filminstitut wird derzeit mit 16,5 Millionen Euro vom Kulturministerium bestückt. "Wir können uns nicht auf Lichtgestalten wie Seidl oder Haneke ausruhen", formulierte Regisseur Markus Schleinzer. "Wir müssen jetzt in die Zukunft investieren."

Mit Nachdruck wurde am Podium auf "die vielen Festivalteilnahmen, die gewonnenen Preise, die vielfach ins Ausland verkauften Filme als ablesbare Zeichen der Erfolgsgeschichte hingewiesen. "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten antizyklisch in einen Bereich zu investieren, in dem Österreich nachweislich Stärken und Talente vorzuweisen hat, ist ein Gebot der Stunde."

Basisfinanzierung unterbudgetiert

Dass mit dem FISA-Programm (Filmstandort Austria) im Wirtschaftsministerium eine Kinofilm-Spitzenfinanzierung nach deutschem Vorbild geschaffen wurde, begrüßte die Branche. Jedoch: "Wenn die Basisfinanzierung unterbudgetiert ist, kann sich die beste Spitzenfinanzierung nicht entfalten." Es gehe nicht um eine Abspeisung, so Schleinzer, sondern ein generelles Umdenken.

Dieses Umdenken fängt bei den Produktionsgeldern an, hängt für die Branche aber auch mit weiteren Faktoren zusammen. So müsse etwa der ORF dringend seine Ausstrahlungspolitik überdenken und selbstbewusster auftreten. "Es ist absurd, dass man überrascht ist, wenn österreichische Filme im Fernsehen viele Zuseher haben", verwies Schauspieler Nicholas Ofczarek etwa auf den Erfolg von Hanekes "Das weiße Band" im Hauptabendprogramm. "Der ORF unterschätzt das Publikum - was immer ein Fehler ist." Schleinzer ergänzte, dass Kinobesucherzahlen heute kein Indikator mehr sein könnten in Zeiten von neuen Medien, DVDs und On-Demand-Möglichkeiten. "Die Festivals sind die Basis, damit Filme verkauft werden", so Ulrich Seidl.

Der Zeitpunkt der Forderungen sei indes bewusst gewählt, erklärte Hanekes Produzent Veit Heiduschka, schließlich stehe die amtierende Regierung vor ihren letzten Budgetverhandlungen. "Es ist die letzte Chance, die Versprechen aus der Regierungserklärung einzulösen", so Produzent Helmut Grasser. Für Ulrich Seidl ist in den vergangenen Jahren zwar bereits einiges geschehen, sonst würde man auch nicht solche Festivalerfolge feiern können. "Aber das ist auch typisch Österreich", schloss Ofczarek lakonisch. "Mit so wenig Geld so viel erreichen - 'na, geht ja eh'. Aber das ist sehr kurzfristig gedacht. In Zeiten, in denen die Dinge gut sind, sollte man investieren."

Schmied will sich anstrengen

Kulturministerin Schmied kann die Forderung der Filmschaffenden nach mehr Förderungen "sehr gut nachvollziehen". Die Regierung schätze deren Arbeit hoch, auch die internationalen Erfolge seien bemerkenswert, so Schmied am Dienstag. "Es ist für uns auch sehr klar, dass sich Wertschätzung auch in der Budgetierung niederschlägt." Allerdings sei man derzeit mitten in den Budgetvorbereitungen, sie könne daher keine Details nennen.

Die Filmförderung habe verschiedene Facetten, betonte Schmied. Einerseits gehe es um Produktionsförderungen etwa über das Österreichische Filminstitut (ÖFI), andererseits aber auch um eine Stärkung des Film-Fernsehabkommens und drittens um die Vermittlung. Als Beispiele nannte sie Sendezeiten im ORF, DVD-Editionen sowie die Förderung von Programm- oder Wanderkinos. Es gehe um die ganze Palette: "In dem Sinn werden wir uns anstrengen."

 

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

28 Kommentare
 
12

Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

seid ihr wirklich so dumm??!

Antworten Gast: Konservativer
03.10.2012 18:52
0 2

Es ist typisch für Linke, Andersdenkende als "dumm" zu bezeichnen.


Re: Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

genau, Sie haben die richtige Einstellung, alle sind sie dumm. ALLE!

Bitte, klären Sie alle auf, befreien Sie alle von ihrer selbstverschuldeten Dummheit nicht zu wissen, wie wertvoll der österreichische Film mit seinen subversiven Inhalten ist. Jene österreichischen Filme reflektieren genau diese Dummheit und dadurch hat der österreichische Film eine parabolische Funktion, in der sich diese Dummheit spiegelt, die sich in Allem und Überall zeigt. Diese Dummheit hat ihren Ursprung in der katholisch geprägten Untertänigkeit des österreichischen Volkskörper. Jeder, der nicht gewillt ist sich durch den österreichischen Filme einer Katharsis zu unterziehen, muss gezwungen werden können, im BSL-Kino in Wien 14 festgehalten zu werden und sich den österreichschen Film, der vielfach in Frankreich gedreht wird und von einem gebürtigen Münchner inszeniert, vollständig anzusehen. Ich bin vollkommen bei Ihnen, ALLE sind sie dumm.

Re: Re: Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

Naja, bei den unten angeführten Kommentaren wundert man sich wirklich...
Im Gegensatz zu den USA, mit ihrem Studiosystem, werden alle Kinofilme in Europa durch Förderungen finanziert. 25 Millionen hören sich viel an, sind aber nicht einmal 1/8 von dem Gesamtbedget von Avatar. Filmförderung streichen heißt also auf deutsch, es gibt keine europäischen Filme mehr. Dann wären nicht nur die sogenannten "Filmemacher" arbeitslos, sondern auch eine vielzahl an Technikern, Bühnenbauern, Lichtlern etc. (das sind alles Hakler). Auch das man den Nachwuchs fördert halte ich für richtig. Schleißlich beschweren sich die Leute, die die Filmförderung abschaffen wollen ja über zu sperrige Stoffe, aber es muss auch klar sein, das bei diesem kleinen Budget Sachen finanziert werden, die internationales Aufsehen erregen, da bleibt für den Nachwuchs nicht mehr viel.Zudem werden neben dem erfolgreichen Arthouse Filmen auch Filme produziert, die durchaus ein breiteres Publikum ansprechen, wie z.B. Komm süßer Tod, oder der Knochenmann.

Re: Re: Re: Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

jemanden als dumm zu bezeichnen, weil er nicht dieselbe Meinung und Werte vertritt oder lächerliches - und der österreichische Film ist es zum Teil - nicht von der Allgemeinheit finanziert haben möchte, halt ich für dumm.

Sie haben natürlich recht, wenn Sie sagen, dass es auch andere Menschen betrifft, aber trotzdem lehne ich die Film wie sämtliche Kunstförderung ab. Ich halte die österreichische Kunst bzw. den Film überspitzt formuliert, für im Grunde faschistoid.

Re: Re: Re: Re: Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

Den ersten Satz verstehe ich gramatikalisch nicht.

Der zweite Satz ist auch sehr seltsam...
Was ist "die Film"?

Rechtschreibfehler und Grammatikfehler ohne Ende. Da kriegt man ja Kopfweh beim Lesen.


Re: Re: Re: Re: Re: Wahnsinn bei den Kommentaren könnte man denken es ist das oe24 Forum,

ja, da war ich in Eile. aber egal, wenn man will, versteht man es, wenn nicht - dann nicht.

und wenn man mit Rechtschreibfehler und Grammatikfehler argumentiert bedeutet dies - ich habe keine Gegenargumente und deshalb muss ich Sie auf der Fehlerebene angreifen... argumentum ad hominem light.

1 2

Schulterklopfer unter sich

Schon Scholten hat sich feiern lassen, als er die Filmförderung erhöht hat - ständig wird nur nach mehr Geld geschrien. Allein, das Publikum bleibt zu Hause, der Klüngel unter sich. Das System schafft es einfach nicht den (zugegeben schwierigen) Spagat zwischen Zuseher Akzeptanz und professioneller (um das inflationäre Wort Kunst zu vermeiden) Machart zu vollziehen. Die meißten Österreichischen Filme müssen sich hinter den spanischen Wänden der Festivalkunst verstecken, weil die Drehbücher einfach langweilig und die Schauspieler oft noch langweiliger sind. Nur bei uns ist es möglich, dass ein laienhafter Anfänger-Film wie Nordrand der "Regisseurin" Alberts rauschende Interviews zum Thema Film ermöglicht (leider auch in der Presse). Nehmt den schreibenden Regisseuren ("Auteurs", so der wichtigtuerische Begriff, die Hand von den Tastaturen und laßt endlich Profis ran!

Gast: KeineFörderung1
02.10.2012 20:19
2 6

Wenn der österreichische Film

so toll ist warum kann er dann nicht auf eigenen Beinen stehen ? Bekomme ich etwa auch Millionen nur deshalb weil keiner mein Produkt kaufen will ? Liebe Filmschaffende: es ist Zeit dass Ihr Euch endlich von der Idee verabschiedet dass wir als Gesellschaft Euch ein sorgloses Leben zu ermöglichen haben!

Gast: bekannt von funk und fernsehen
02.10.2012 19:55
4 6

"filmschaffende" - wie das schon klingt,

die sollen sich ihre wünsche gefälligst selber finanzieren und nicht den steuerzahlern in die tasche greifen. abgesehen davon - solche renner waren die werke dieser "filmschaffenden" auch wieder nicht

Gast: Cineast
02.10.2012 19:02
6 5

Schon sehr merkwürdig.

Bei jeder Gelegenheit wird hymnisch das österreichische ´Filmwunder´ gelobt. (Wobei man genau hinschauen sollte WER da lobt! Z.B. der ORF!!!) Aber jetzt wollen die ach so erfolgreichen FilmemacherInnen 25 Millionen Steuergeld. Wie geht das zusammen? Spielen die so wahnsinnig erfolgreichen österreichischen Filme am Ende nichts ein? Finden sie vielleicht kein Publikum???
Worin also besteht dieser sogenannte ´Erfolg´? Er besteht nur darin, dass es Festival-Preise gibt. Für Machwerke, um die ´normale´ Menschen einen großen Bogen machen. Und zwar zu Recht. Vor allem die Filme Hanekes und Seidls sind lächerliche und auch rein filmisch schlechte, ideologische Hirnkonstrukte, ohne jeden Bezug zur Realität. Das interessiert niemanden außer einen kleinen Klüngel völlig verrannter Intellektueller. Im übrigen zeigen die bisherigen Kommentare im forum hier, was ´das dumme Publikum´ vom österr. Film wirklich hält. Ich bin begeistert und schließe mich den kritischen postings vollinhaltlich an! Der Widerstand gegen diesen Schund lebt. Gottseidank!

Gast: Konservativer
02.10.2012 18:37
6 6

Liebe österreichische Regierung! Dreht die Filmförderung auf Null.

Wir wollen nicht unsere Steuergelder für Pseudokünstler zwangsweise abgeben müssen.

Intellektuelle Filmemachen für Dummies

also weiter auf Kosten der Bauarbeiter und allen anderen Angestellten leben wollen, die in den Filmen, wenn sie vorkommen, verhöhnt, vorgeführt und verspottet werden. und wenn sie den Film nicht verstehen, als bildungsferne, altkatholische na*is Leute denuziert werden. Dabei gibt es bei diesen Filmen nichts zu verstehen, dass ist des Rätsels Lösung.

Sicher nicht. Jede Kulturförderung gehört gestrichen, wie eigentlich sämtliche Förderungen, auch jene der selbsternannten Qualitätszeitungen.

Dieser "intellektuelle" Mist mit Anspruch auf Realismus ist dermaßen weit weg von der Realität, dass mehre Universen darin Platz hätten. Die Inszenierungen gleichen sich ebenso wie es die Hollywood-Filme tun und von Innovation ist nichts zu merken.

Gast: Get
02.10.2012 17:13
8 4

Kein Cent mehr für die linke Kulturschickeria.

Es reicht.

Ausnahmslos alle Kultur-Subventionen sollen gestrichen werden

statt dessen wird jedem Österr ein Kultur-Check gegeben und jeder kann dann selbst entscheiden welcher Einrichtung er von dem wieviel gibt.

DIE MACHT DER PARTEIEN MUSS BESCHNITTEN WERDEN

Gast: Humerus
02.10.2012 16:23
5 2

Dein Feind, der Kunde

Vielleicht müßten sich die Filmemacher ein bißl von ihrer intellektuellen Arroganz abschminken und Filme machen, die auch wer sehen will (und dafür zahlt).
Das kann ja auch der (u.a. von mir zwangsfinanzierte) ORF sein.

Nach einem Haneke-Film bin ich immer froh über die restriktiven Waffengesetz in unserem Land, was in diesem Falle Selbstmordepidemien eindämmen hilft.

Vielleicht einmal was Postives für alle, die derzeit eh nicht vile zu lachen haben?

Ihr habt nichts zu fordern!

Steuergeld ist sinnvoll einzusetzen! Wenn ihr so gut seid, wie ihr dauernd behauptet, werden sich eure "Filme" wohl verkaufen lassen.

Gast: Pips
02.10.2012 15:56
9 3

Die

"Filmschaffenden" - allesamt Linke FORDERN wie alle Sozis das Geld anderer. NoNa. Selbst eines zu verdienen, dazu sind sie wie alle Sozis zu blöd.

Bei allem nötigen Respekt vor den Erfolgen des heimischen Films, aber zu behaupten der österreichische Film wäre in seiner Wirkung mit unseren Skifahrern vergleichbar ist entweder Ausdruck von Größenwahn oder Dummheit.


Der alpine Skisport leistet für Österreich in jeder Hinsicht mehr als der heimische Film. Im Ausland werden trotz der geringeren Bedeutung dieses Sport sicherlich mehr Leute wissen wer Maier, Klammer und Sailer sind als Seidl, Strauss und andere. Wie viele Kinobesucher ziehen zudem deren Filme im Ausland überhaupt an? Auch die Marke des österreichischen Skisports ist der des österreichischen Films wohl klar überlegen.

9 4

Herr Seidl soll einmal versuchen, ...


... in einem Film nicht das Kruzifix als Onaniergegenstand zu verwenden, sondern einen islamischen Halbmond.

Dann würde er nicht ausgezeichnet werden, sondern der Film würde verboten.

Christenhetze ist erlaubt. Und wir sehen genüsslich zu.

Antworten Gast: Basicchangeyourworld
03.10.2012 07:49
2 1

Re: Herr Seidl soll einmal versuchen, ...

diese welt ist auch die Íhre! tun sie etwas gegen die dinge, die sie stören. eine welt ohne konflikte existiert leider nur als utopie. viel spaß beim dabeisein!

Gast: uburoi
02.10.2012 15:28
2 3

bitte gebt ihnen zwei einhalb milliarden!

die menschheit braucht das dringend.

weil sonst der kulturspiegel sinkt.

Gast: Liberty Force
02.10.2012 15:21
4 4

"Kunst" kommt von "Kunst ma net a bissl Geld..."


Gast: Pensador
02.10.2012 15:08
2 4

Filmförderung

Fördert euch gefälligst selber.
Wenn der Film gut ist, dann werden sich die Kosten hereinspielen.
Ist er ein Mist, dann hat niemand die Steuergelder
der Allgemeinheit dafür zu missbrauchen.

Antworten Gast: zetto
02.10.2012 15:41
4 6

Re: Filmförderung

Intellektuelle Anspruchslosigkeit hat einen Namen: Pensador.

Gast: X15TN
02.10.2012 15:01
8 4

Der Staat soll...

erst mal das Budget in Ordnung bringen und Schulden abbauen. Das geht, siehe Schweden.
Dann kann man über sowas diskutieren.

 
12