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Filmschaffende fordern 25 Millionen Euro Förderung

02.10.2012 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Künstler von Ulrich Seidl bis Ursula Strauss verlangen, die Regierung soll "endlich die im Regierungsprogramm festgeschriebene Absicht umsetzen".

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Eine Riege prominenter Filmschaffender - von Ulrich Seidl bis Ursula Strauss - hat am Dienstag ihre Forderung nach Einhaltung des Regierungsabkommens für eine Stärkung der Filmwirtschaft erneuert. "Der österreichische Film hat seit über einem Jahrzehnt wieder ein starkes Branding, das international ähnlich wahrgenommen wird wie das unserer Skifahrer", heißt es in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Werner Faymann und Kulturministerin Claudia Schmied (beide SPÖ), der bei einer Pressekonferenz verlesen wurde. Daher fordere man die Regierung auf, "endlich die im Regierungsprogramm festgeschriebene Absicht umzusetzen", den Förderrahmen im Filminstitut auf 20 Millionen Euro aufzustocken sowie fünf Millionen Euro für den Nachwuchs bereitzustellen.

Das Land habe außergewöhnlich viele Filmtalente, sei es in den einschlägigen Fachhochschulen oder auf der Filmakademie. "Karrieren wie die eines Michael Haneke, mit denen man sich national auch gerne schmückt", seien heute jedoch unwahrscheinlich geworden. "Denn um das vorhandene Talent zu fördern und zu entwickeln, braucht es vor allem Kontinuität."

"Nicht auf Seidl oder Haneke ausruhen"

Um die Autoren, Regisseure, Schauspieler und Produzenten regelmäßig beschäftigen zu können, fehlen allerdings die entsprechenden finanziellen Mittel. Das Filminstitut wird derzeit mit 16,5 Millionen Euro vom Kulturministerium bestückt. "Wir können uns nicht auf Lichtgestalten wie Seidl oder Haneke ausruhen", formulierte Regisseur Markus Schleinzer. "Wir müssen jetzt in die Zukunft investieren."

Mit Nachdruck wurde am Podium auf "die vielen Festivalteilnahmen, die gewonnenen Preise, die vielfach ins Ausland verkauften Filme als ablesbare Zeichen der Erfolgsgeschichte hingewiesen. "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten antizyklisch in einen Bereich zu investieren, in dem Österreich nachweislich Stärken und Talente vorzuweisen hat, ist ein Gebot der Stunde."

Basisfinanzierung unterbudgetiert

Dass mit dem FISA-Programm (Filmstandort Austria) im Wirtschaftsministerium eine Kinofilm-Spitzenfinanzierung nach deutschem Vorbild geschaffen wurde, begrüßte die Branche. Jedoch: "Wenn die Basisfinanzierung unterbudgetiert ist, kann sich die beste Spitzenfinanzierung nicht entfalten." Es gehe nicht um eine Abspeisung, so Schleinzer, sondern ein generelles Umdenken.

Dieses Umdenken fängt bei den Produktionsgeldern an, hängt für die Branche aber auch mit weiteren Faktoren zusammen. So müsse etwa der ORF dringend seine Ausstrahlungspolitik überdenken und selbstbewusster auftreten. "Es ist absurd, dass man überrascht ist, wenn österreichische Filme im Fernsehen viele Zuseher haben", verwies Schauspieler Nicholas Ofczarek etwa auf den Erfolg von Hanekes "Das weiße Band" im Hauptabendprogramm. "Der ORF unterschätzt das Publikum - was immer ein Fehler ist." Schleinzer ergänzte, dass Kinobesucherzahlen heute kein Indikator mehr sein könnten in Zeiten von neuen Medien, DVDs und On-Demand-Möglichkeiten. "Die Festivals sind die Basis, damit Filme verkauft werden", so Ulrich Seidl.

Der Zeitpunkt der Forderungen sei indes bewusst gewählt, erklärte Hanekes Produzent Veit Heiduschka, schließlich stehe die amtierende Regierung vor ihren letzten Budgetverhandlungen. "Es ist die letzte Chance, die Versprechen aus der Regierungserklärung einzulösen", so Produzent Helmut Grasser. Für Ulrich Seidl ist in den vergangenen Jahren zwar bereits einiges geschehen, sonst würde man auch nicht solche Festivalerfolge feiern können. "Aber das ist auch typisch Österreich", schloss Ofczarek lakonisch. "Mit so wenig Geld so viel erreichen - 'na, geht ja eh'. Aber das ist sehr kurzfristig gedacht. In Zeiten, in denen die Dinge gut sind, sollte man investieren."

Schmied will sich anstrengen

Kulturministerin Schmied kann die Forderung der Filmschaffenden nach mehr Förderungen "sehr gut nachvollziehen". Die Regierung schätze deren Arbeit hoch, auch die internationalen Erfolge seien bemerkenswert, so Schmied am Dienstag. "Es ist für uns auch sehr klar, dass sich Wertschätzung auch in der Budgetierung niederschlägt." Allerdings sei man derzeit mitten in den Budgetvorbereitungen, sie könne daher keine Details nennen.

Die Filmförderung habe verschiedene Facetten, betonte Schmied. Einerseits gehe es um Produktionsförderungen etwa über das Österreichische Filminstitut (ÖFI), andererseits aber auch um eine Stärkung des Film-Fernsehabkommens und drittens um die Vermittlung. Als Beispiele nannte sie Sendezeiten im ORF, DVD-Editionen sowie die Förderung von Programm- oder Wanderkinos. Es gehe um die ganze Palette: "In dem Sinn werden wir uns anstrengen."

 

(APA/Red.)

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28 Kommentare
 
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Gast: X15TN
02.10.2012 15:01
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Der Staat soll...

erst mal das Budget in Ordnung bringen und Schulden abbauen. Das geht, siehe Schweden.
Dann kann man über sowas diskutieren.

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Sovietunion

Ein Produkt das fast niemand will wird auf Kosten der Allgemeinheit produziert...

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Re: Sovietunion

Filmkritiker sind sie wohl nicht, dann wüssten sie dass Filme aus der Sowjetunion international anerkannt sind.

 
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