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Die Killerbienen sind die Hoffnung!

04.10.2012 | 18:36 |  CHRISTOPH HUBER (Die Presse)

Regisseur Markus Imhoof über seine Dokumentation "More Than Honey" und die Hintergründe des großen Bienensterbens. Welcher Honig ist gesund? Und wieso lebt eine Biene auf dem Zentralfriedhof gesünder?

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Ich hatte keine Ahnung, dass ich Pflanzen beim Sex zusah“, erinnert sich Markus Imhoof anfangs als Erzähler seines Dokumentarfilms „More Than Honey“ an seine Kindheit mit Bienen. Sein Großvater hielt sie und zog selbst die Früchte für seine Marmeladeherstellung – bis er pleite ging, weil die Konkurrenz billiger arbeitete: Diese kaufte ihre Früchte preiswert an. „Und als er im Altersheim war, stand jeden Tag die Konfitüre der Konkurrenzfirma auf dem Tisch!“, erinnert sich Imhoof. Aber bei allen anekdotischen und autobiografischen Elementen ist „More Than Honey“ ein zivilisationskritischer Film mit ernsten Thema: Auslöser waren die Berichte über das Bienensterben.

Darüber kommunizierte Imhoof mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn, die in Australien an Bienen forschen: „So bekam ich ein differenzierteres Bild der ganzen Gründe.“ Und machte sich an die Arbeit eines Projekts, das fünf Jahre dauerte und mehrere Weltreisen umfasste. Das hatte der Filmemacher nicht geahnt. Aber: „Sobald man sich dafür entscheidet, ist es so, als würde man ins Spaceshuttle einsteigen.“

 

In China bestäuben Menschen die Blüten

So führt sein Film quer durchs Imkereigewerbe – vom österreichischen Familienunternehmen, das Königinnen züchtet, über den pastoralen Schweizer Bergbetrieb hin zum US-Großimker, der seine 15.000 Bienenvölker von einer pestizidvergifteten Monokulturplantage zur nächsten transportiert. Das Bienensterben ist überall: Inzuchtschwäche bedroht die reinrassigen Bienen in den Schweizer Bergen, bei den US-Transporten sterben sie in Massen, obwohl sie mit Antibiotika fitgemacht werden. Und in einigen Regionen Chinas gibt es schon keine Bienen mehr – dort werden die Blüten nun in Handarbeit von Menschen bestäubt!

Nicht das einzige absurde Bild in einem Film, der erstaunliche Stimmungswechsel vollzieht. „Die ganze Geschichte hat in ihrer Grässlichkeit eine tragikomische Absurdität“, stimmt Imhoof zu, „aber entscheidend war, dass man eine Geschichte erzählt und nicht einfach eine grüne Predigt von der Leinwand laufen lässt. Wichtig war, dass man die Sicht auf alles, was die Menschen machen, aus dem Blickwinkel der Biene erlebt. Sonst wär es nur ein journalistischer Film, aber es soll ein emotionaler Film sein.“

Dass man den Bienen so nahe kommt, verdankt sich auch der fantastischen Insektenfotografie von Kameramann Attila Boa. „In der alten Brotfabrik in Schwechat hatten wir ein Bienenstudio mit 15 Völkern“, erklärt Imhof. „Der gute Attila war schon bei mehreren Insektenfilmen dabei, er hatte Erfahrung wie ein Flohzirkusdirektor!“ Dazu kam ein „Bienenflüsterer“, um vorherzusagen, was die Bienen machen würden. Denn die Zeitspanne für eine Aufnahme war sehr gering – und einer Biene kann man auch nicht vorschreiben, wann und wie sie etwa die Pollenhosen ausziehen soll. „Da ging viel Material drauf“, erinnert sich Imhoof: Für die 36 Sekunden Film der Begattungsszene mit Königin und Drohnen drehte man anderthalb Wochen! Dafür ermöglicht „More Than Honey“ bislang ungeahnte Einblicke in das Bienenleben. Aber auch ihren Tod: „Die Bienen sterben am Erfolg der Zivilisation“, ist Imhoofs provokant zugespitzte These. Etwa an der Massentierhaltung des US-Imkers zeigt sich, wie Pestizide und Antibiotika in den Nahrungskreislauf kommen.

 

Unterdrückte Forschungsergebnisse

Von Giftstoffen geschwächte Bienen sind für Schädlinge wie die Varroamilbe anfälliger. „Da gibt es Wechselwirkungen“, sagt Imhoof und verweist auf den Bienenforscher und Neurologen Randolf Menzel, der die subletalen Auswirkungen von Nervengiften auf Bienen untersucht hat, aber die Ergebnisse nicht veröffentlichen durfte. Imhoof glaubt daran, dass widerstandsfähigere Bienen gezüchtet werden müssen: Die Hoffnung sieht er so ausgerechnet in den sogenannten Killerbienen, die aus Brasilien kommen.

Imhoof: „Wenn man mich fragt, sage ich: Schaut's halt, wo der Honig herkommt. Wenn er südamerikanisch ist, hat man gute Chancen, dass er gesund ist. Denn Killerbienen haben Antibiotika nicht nötig.“ Pestizide könne man freilich auch dort nicht ausschließen – ebenso wie hier: „Man kann jedenfalls sagen, auf dem Zentralfriedhof lebt eine Biene gesünder als auf dem Land.“

>>> Das Interview mit dem Regisseur in voller Länge: "Schaut, wo der Honig herkommt"

Zur Person

Markus Imhoof (*1941 in Winterthur) ist einer der bedeutendsten Schweizer Filmregisseure, inszenierte auch Theater und Opern. Sein Film „Das Boot ist voll“ über den Schweizer Umgang mit Flüchtlingen vor dem NS-Regime war 1982 für den Auslandsoscar nominiert. Bekannt ist auch Imhoofs Terrorismusfilm „Die Reise“ (1986). „More Than Honey“, seine Dokumentation zum Bienensterben, ist ab 12.10. im Kino. [Filmladen]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2012)

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29 Kommentare
 
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Gast: der Imker
16.10.2012 08:55
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Antibiotika

Antibiotika sind in ganz Europa bei der Bienenzucht Verboten und gegen die Varroamilbe sind in Österreich und Deutschland nur Organische Säuren und Ätherische Öle Zugelassen

Gast: der Imker
16.10.2012 08:52
0 0

Schwachsinn im Film

Die Killerbiene und die Asiatische Biene
haben einen um zwei/drei Tage kürzeren
Brutzyklus als unsere Biene und die Varroa kann sich daher bei diesen Rassen in der Arbeiterinnenbrut nicht Vermehren und nicht
wie im Film ist es die schuld der Züchtung.

Die Killerbiene und die Asiatische Biene würde unseren Winter nicht Überleben, man müsste
en kürzeren Brutzyklus Einkreuzen das wird aber nicht so einfach gehen sonst hätte es schon einer gemacht.

Also der Film ist Schwachsinn

Gast: Ösi
05.10.2012 08:13
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Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

Seit 100 Jahren verbreiten aggressive österreichische Imkervereine die nur in Kärnten heimische Carnica-Rasse und haben die heimische widerstandsfähige und extzrem angepasste Dunkle Biene quasi ausgerottet!
Und verbreiten diese Schmarrnbiene auch in ganzz Europa.
Seither ist die so ingezüchtet, dass sie eben bei jedem Mailüfterl verreckt. Die hat gegen nichts mehr Abwehrkräfte. Selbst gegen so Schnupfen wie Nosema oder Tracheenmilben, Flügellähmung etc.
Der wahre Koffer ist der Imker selber. Der kauft sich das minderwertige Bienenmaterial und jetzt mit der Varroa bald jedes zweite Jahr neu. Ein Bombengeschäft.
Ausweg bietet nur die BUCKFAST-Biene, eine auf Robustheit gezüchtete Biene aus vielen Rassen, die so gezüchtet wird, dass sie als "Kunstrasse" nicht mehr aufspaltet und eben als eigenständige rasse betrachtet werden kann. Sie ist sanft, robust, gesund, honigfreudig und ausserdem fehlt ihr das viele BRaune auf dem Leib, das mich sowieso bei der im 3.Reich geadelten Carnica gleich zum Reiern bringt!!!!!!

So, und jetzt überlegts mal wo der Honig herkommt, wenn Österreich nicht mal 10 % Eigenproduktion hat!
Und wo wohl der "Waldhonig" herkommt, den wir nicht mal zu 5 % selber produzieren.
Mein Tipp: im 200 Literfass kostet der Honig aus dem EU-Ausland so 2 Euro abwärts das Kilo.

nix zu tanken
Ösenpower

Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

selten solchen Schwachsinn gelesen.....

Antworten Antworten Gast: oekofreaky
11.10.2012 14:01
0 0

Re: Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

Super - können SIe Ihren Trollkommentar belegen? Einfach dagegen sein ist zu billig. Her mit der "Wahrheit"!

Antworten Antworten Gast: Ösi
05.10.2012 10:11
0 2

Re: Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

Sie lesen also vornehmlich Schwachsinn und sind darin "Experte"?
Oder wie können Sie sich sonst zu so einer Aussage kühnster Beliebigkeit hinreißen lassen?

Re: Re: Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

in meinem Beitrag sollte es natürlich heissen: 2EUR/kg

Re: Re: Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

Nun ja, dass ihr Kommentar von Fachwissen getrieben gefüllt wurde, werden sie ja nicht behaupten, oder?

Abgesehen vom beinahe schon religiösen Rassestreit, wie ökologis sinnvoll wird wohl das Faß Honig um 2 Eur. produziert und mit großem Energieaufwand zu ihnen geliefert??

Re: Re: Re: Jo, da lese ich ja gleich von den fleissigsten ArbeiterInnen dieser Erde! Und die Wahrheit wird doch nicht gesagt!

Koffer! Richtig ist "200 Literfässer", nicht "200 Literfass". Oder meinten Sie Vifzack das 200-Liter-Fass?

0 0

Und

was ist mit dem Jakobskreuzkraut in süd- und mittelamerikanischem Honig? Diese Alkaloide verursachen Leberschäden und den Honig für kleine Kinder ungenießbar.

Es ist die Chermie ...

in der Varroa-Bekämpfung, die zwar der Milbe nichts anhaben kann, "das (Nienen)Volk" aber schädigt; wer nun eine Parallele zur Schulmedizin herstellt, ist ein Scharlatan!

Antworten Gast: Oekofreaky
05.10.2012 08:51
2 0

Re: Es ist die Chermie ...

Gratuliere - Sie haben das weltweite Rätselraten beendet! Danke für diese genaue und profunde Ursachenfindung. Was täte die Welt ohne Sie?

Gast: Killerbiene
04.10.2012 21:18
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Die Killerbienen sind die Hoffnung!


Ach ja? Wer würden denn diese stechfreudigen Bienen im Umkreis haben wollen, abgesehen davon, dass sie nicht heimisch sind.

Südamerikanischer Honig ist gesünder, aha. Die amerikanische Bienenhaltung ist mit der heimischen nicht zu vergleichen, da die US - Imker vom Bestäubungseinsatz leben, diese Art der Bienenhaltung nennt man mitunter PPB - PissingPoorBeekeeping - die Übersetzung erspare ich.

Pestizide sind in der Tat ein Riesenproblem, für die Bienen. Sie finden nicht nach Hause, oder sterben. Deshalb gibt es so gut wie keine Rückstände im Honig, sehr wohl aber im Pollen.

Die heimische Honigbiene Apis mellifera Carnica zählt weltweit zur erfolgreichsten Bienenrasse, u.a. eben weil sie sanftmütig ist, und vermutlich haben, auch im Zusammenhang mit der Varroa - Milbe, die Züchter etwas zuviel des Guten getan.

Dem Bienenschutz sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, vor allem sollten sich viel mehr der Bienenhaltung widmen, die nicht rein ertragsorientiert ausgerichtet ist.


Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!

Dem kann ich mich nur voll Inhaltlich anschließen, wahrscheinlich kenn fast keiner der Vorschreiber ein Stechlustiges Bienenvolk, oder hat es bereits selbst erlebt.

Es ist bei solchen nicht möglich in 10m Entfernung vorbeizugehen ohne mehrere Stiche abzubekommen. Wielange dann der Frieden mit den Nachbarn hält kann sich jeder denken....

Antworten Antworten Gast: xxxx
05.10.2012 10:13
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Re: Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!

Solche Bienen gibt es gar nicht! Selbst "Killerbienen" sind absolut ruhig, wenn sie nicht im Nest gestört werden.
Bienen werden narrisch wenn sowas wie Alkoholgestank oder Iltis vorm Stock vorbeistinkt.

Re: Re: Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!

sagen sie lieber: "ich habe solche Bienen noch nicht erlebt"

Wie gesagt, es muss keiner glauben, aber es gibt Völker da gehen Sie nicht mal in 10m Entfernung vorbei... ohne auch nur zu wissen dass da ein Bienenvolk steht.... dannach schon....


Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!

Heimisch sind wir Menschen auch nicht in Europa,denn unsere Vorfahren stammen aus Afrika.Die Inzucht ist sicher ein Problem bei der Carnica,aber vielleicht löst eine Kreuzung mit der "Killerbiene" das Problem?

Eine friedlichere und resistentere Hybrid-Rasse,denn durch die reinen Killerbienen sterben jährlich ca. 4.000 Menschen.

Re: Re: durch Killerbienen sterben jährlich ca. 4.000 Menschen.

Ein, ansich unglaublicher Unsinn; Sie sind ein gefährlich gutgläubiger Mensch!

Re: Re: Re: durch Killerbienen sterben jährlich ca. 4.000 Menschen.

Schauens keine Universum Serien!

Habe noch so einen Film in der Schule mit den 4.000 Toten durch Killerbienen,durch Wespen sterben 2.000 Menschen usw.

Zuerst sich BILDEN und dann erst posten

Rauhrackel!

Antworten Antworten Antworten Gast: Pf
05.10.2012 08:24
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Re: Re: Re: durch Killerbienen sterben jährlich ca. 4.000 Menschen.

Nein, der ist nicht gutgläubig. Er lügt einfach gerne, wenn es um "seine" Sache geht.

Er ist einfach nur ein schlechter Mensch, der sich und seine Ziele um jeden Preis über andere stellt.

0 1

Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!

sind Sie Experte oder haben Sie sich schlau gemacht?

Antworten Antworten Gast: Killerbiene
04.10.2012 23:21
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Re: Re: Die Killerbienen sind die Hoffnung!


Na ja, ich kenn mich ganz gut aus, sagen wir es so. Wenn Sie eine Fachfrage haben, kann ich sie ihnen ziemlich sicher beantworten, oder die Quellen verlinken.

Re: Re: Re: oder Quellen verlinken?

Allein die Bezeichnung ist eine Erfindung von eigenartigen (meist US-) Nachrichtenagenturen und/oder der Klatschpresse; es gibt sie ganz einfach nicht, die Mörderbienen!

Re: Re: Re: Re: oder Quellen verlinken?

Grüner Traumtänzer!

Gibts auch keine Killer-Wale,Killer-Viren usw.

Rauhrackel?

ALLES nur Erfindungen der Medien?

Re: Re: Re: Re: Re: Fishof, der Killer-Wahn:

Es gibt tatsächlich keinen Killerwal = korrekt "Schwertwal"; Killer-Viren? :-( HN5N1 - die kranken Hühner :-))) Pandemie - oh'arme Welt! The spanishGrippen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Fishof, der Killer-Wahn:

Sie glauben also, Orca s

sind Vegetarier und ernähren sich von Algen,Gospodin Rauhrackel?

 
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